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Thema: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

  1. #1
    cuco ist offline Neuer Benutzer
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    Standard Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Hi

    Letztens haben wir einen 30kW Stromaggregat mobil betrieben - also während des Betriebs wurde das Gerät bewegt. War ein Volksfest, Aggregat stand auf dem LKW und auf ging die Tour mit Aggregat, Technik und Leuten auf dem LKW. Auch wenn der TÜV bei der Abnahme nicht gemeckert hat, kam doch kurz vor der Veranstaltung die Frage auf, wie das ganze mit der Erdung eigentlich laufen soll... Schließlich liegt ein Erdungsspieß beim Aggregat bei, der während der Fahrt nur schwer benutzbar ist ;-)
    Wir haben dann genauer nachgeschaut und festgestellt, dass fast alle unserer Verbraucher schutzisoliert waren. Aber eben nicht alle... Was dann ja wohl eigentlich ziemlich gefährlich ist, oder?

    Für das nächste Mal im nächsten Jahr: Was kann man machen, um so einen unmöglich zu erdenden Stromkreis so abzusichern, dass auch im Fehlerfall alle Mitfahrer lebend den Wagen wieder verlassen?

  2. #2
    kabelmafia ist offline Erfahrener Benutzer Hülsenpresser
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Moin,

    das ist schon fast eine philosophische Frage. Welche Schutzmaßnhame wurde am Generator angewandt? Schutztrennung (eher nicht bei 30 kW), TN-S-System oder IT-System, mit RCD oder Isowächter?
    Ist der Stromerzeuger fest auf dem Fahrzeug verbaut oder nur draufgestellt?
    Die in diesem Beitrag getätigten Aussagen müssen nicht vollständig und richtig sein. Durch das Medium "internet" bleiben zwangläufig wichtige Detailinformationen auf der Strecke. Dieser Beitrag ersetzt auf keinen Fall eine fach- und sachkundige Beratung vor Ort.

  3. #3
    Avatar von rnowotny
    rnowotny ist offline Erfahrener Benutzer Strippenstrolch
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Hallo,
    wenn eine Erdung + Fehlerstromschutz nicht möglich ist, so muss es zumindest einen Potentialausgleich (über die PE Leitung) und einen Isolationswächter geben, der bei Isolationsfehlern die Last allpolig (über einen Schütz) vom Generator trennt.
    So ist es zumindest bei den Landwirtschaftlichen Generatoren in Österreich vorgeschrieben, da es auch hier keine Möglichkeit der Erdung gibt (bzw. weil man davon ausgeht das der Benutzer nicht sachkundig ist und die Erdung unterbleibt).

    Du kannst Dich aber mal blöd stellen und ein Angebot von einem Professionellen Verleiher (Toplak Power oder ähnliches) einholen und deren Schutzkonzept hinterfragen.

    Ansonsten wäre wichtig immer vom Wagen zu springen, nie zu steigen ;-)

    mit freundlichen Grüßen
    Ing. Robert Nowotny
    Rotek GmbH
    Geändert von rnowotny (11.09.2011 um 21:30 Uhr)

  4. #4
    Avatar von bigdie
    bigdie ist gerade online Boardinventar Lasteinschalter
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Ansonsten wäre wichtig immer vom Wagen zu springen, nie zu steigen ;-)
    Unsinn, wenn du keine Erdverbindung hast, hast du auch keine Schrittspannung zur Erde. Eine Anlage hinter einem Generator ist in der Regel immer ein IT system und der Erder hat (so kenne ich es aus Erfahrung) keine Verbindung zum Sternpunkt des Generators sondern nur zum Gehäuse des Agregates und wenn vorhanden zum Isolationswächter.
    Wenn du also auf dem LKW sicher gehen willst, verbinde die Erde mit dem Fahrgestell des Fahrzeugs.
    PS. Da es schon nachfragen gab. Wer meine Mäuse mal größer sehen will: www.frankdistler.de/images/maeuse.jpg

  5. #5
    Avatar von rnowotny
    rnowotny ist offline Erfahrener Benutzer Strippenstrolch
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Ist ja klar, Du verstehst aber auch gar keinen Spass ....
    lg
    Robert

  6. #6
    Avatar von Lötauge35
    Lötauge35 ist offline Boardinventar Lasteinschalter
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Zitat Zitat von cuco Beitrag anzeigen
    Für das nächste Mal im nächsten Jahr: Was kann man machen, um so einen unmöglich zu erdenden Stromkreis so abzusichern, dass auch im Fehlerfall alle Mitfahrer lebend den Wagen wieder verlassen?
    Check die Anlage einfach mal Vor und Nach der Benutzung durch.
    Mach eine Gefährdungsanalyse. Welche Schwachstellen giebs?
    (Wie sicher sind die Leitungen verlegt? ist ein zusätzlicher Potentialausgleich machbar? eigensichere Verbraucher ( Schutzisolierung bzw. Trenntrafo)
    usw....

  7. #7
    Avatar von bigdie
    bigdie ist gerade online Boardinventar Lasteinschalter
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    (Wie sicher sind die Leitungen verlegt? ist ein zusätzlicher Potentialausgleich machbar? eigensichere Verbraucher ( Schutzisolierung bzw. Trenntrafo)
    Wozu ein Trenntrafo an einem Agregat ohne Erdverbindung
    PS. Da es schon nachfragen gab. Wer meine Mäuse mal größer sehen will: www.frankdistler.de/images/maeuse.jpg

  8. #8
    Avatar von gert
    gert ist offline Boardinventar Schmorstellenfinder
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Hier sind die Anforderungen recht gut beschrieben:

    http://www.bender-de.com/fileadmin/p...r_PROSP_de.pdf


    Gruß Gert

  9. #9
    cuco ist offline Neuer Benutzer
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Hi

    Mir ist gerade eingefallen, dass ich mich ja gar nicht wieder damit beschäftigt hatte - was aber nicht heißt, dass das Thema erledigt ist. Da dieses Volksfest 1x im Jahr stattfindet, bleibt es interessant

    Welche Schutzmaßnhame wurde am Generator angewandt? Schutztrennung (eher nicht bei 30 kW), TN-S-System oder IT-System, mit RCD oder Isowächter?
    Gute Frage, nächste Frage... Schutztrennung bezweifel ich jetzt auch mal. Ohne genaueres zu wissen, schätze ich, dass der Generator als IT-System arbeitet. Ein TN-S System würde das ganze vermutlich auch vereinfachen? Bin mir aber nicht sicher...
    Ich glaube RCD war vorhanden, Isowächter definitiv nicht.

    wenn eine Erdung + Fehlerstromschutz nicht möglich ist, so muss es zumindest einen Potentialausgleich (über die PE Leitung) und einen Isolationswächter geben, der bei Isolationsfehlern die Last allpolig (über einen Schütz) vom Generator trennt.
    Genau sowas fehlt uns dann wohl. Ist sowas gängie, ausleihbare Ware? So wie wir den Aggregat ja auch ausgeliehen hatten?

    Ansonsten wäre wichtig immer vom Wagen zu springen, nie zu steigen ;-)
    Mal im Ernst betrachtet: Wo habe ich denn überhaupt Potential und wo nicht? Stellen wir uns vor, der Aggregat steht auf dem LKW und ist dank Gummireifen isoliert zur Erde. Vielleicht dank isolierendem Fußboden komplett isoliert gegenüber anderen Geräten. Jetzt schließe ich ein Gerät an und dieses hat einen defekt (z.B. kippt jemand sein Getränk darüber), so dass meine Phase auf dem Gehäuse liegt. Jemand fasst dann das Gehäuse an. Kann nun überhaupt ein Strom fließen? Irgendwie hat der ganze Kreis doch kein Bezugspotential, so dass es der "Vogel sitzt auf Hochspannungsleitung"-Effekt ist - oder wo liegt mein Denkfehler?

    Mach eine Gefährdungsanalyse. Welche Schwachstellen giebs?
    (Wie sicher sind die Leitungen verlegt? ist ein zusätzlicher Potentialausgleich machbar? eigensichere Verbraucher ( Schutzisolierung bzw. Trenntrafo)
    Die Zeit, in der der Aufbau des LKWs passiert, ist sehr stark begrenzt. Eine Analyse der Schwachstellen ist zwar garantiert der richtige Weg, aufgrund der knappen Zeit ist das Fehlerrisiko bzw. das Risiko, etwas zu übersehen, sehr hoch. Daher sollte die Lösung sich nicht allein auf eine Schwachstellenanalyse verlassen, sondern vom absoluten DAU und GAU ausgehen. Man kann auch gar nicht so weit denken, wie Dinge auf so einem Volksfest mit betrunkenen Menschen auf einem LKW passieren. Getränke, die durch die Gegend "fliegen", Leute, die plötzlich an Aufbauten hochklettern oder umkippen. Wie Betrunkene sich eben verhalten. Daher muss die Methode auch dann noch sicher sein, wenn der dümmste Mensch gerade seinen dümmsten Fehler begeht.

    @gert: danke, werde es mir gleich mal durchlesen.
    Trotz aller Eile und nur vorübergehendem Einssatz muss sichergesatellt sein, dass Personen, Geräte und Anlagen vor den Gefahren des elektrischen Stromes geschützt sind.
    Trifft es 100%ig auf den Punkt ^^
    Schutzmaßnahme "Schutztrennung mit Isolationsüberwachung und Abschaltung"
    Das sollte dann wohl nächstes Mal realisiert werden, vorausgesetzt, man kann solche Geräte irgendwo einfach und flexibel und in der Leistungsklasse leihen und mit einfachem anstöpseln installieren. Ich frage mich nur gerade, warum sowas nicht direkt Standard ist bei den ausgeliehenen mobilen Stromerzeugern und stattdessen ein Erdungsspieß beiliegt. Gerade im Verleih muss man doch von DAUs und fehlender Prüfung ausgehen, so dass ein Erdungsspieß nicht für den nötigen Schutz sorgt, oder?

  10. #10
    Avatar von bigdie
    bigdie ist gerade online Boardinventar Lasteinschalter
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    Standard AW: Stromaggregat mobil während des Betriebs - Erdung?

    Also prinzipiell erfüllt jedes Aggregat die Schutztrennung weil es keine Verbindung zum Netz hat. Bei der Schutztrennung darf aber nur 1 Gerät angeschlossen sein. Wenn man mehrere Geräte anschließen will, müssen Gehäuse mit Potentialausgleich miteinander verbunden sein. Wenn dieser auch geerdet ist, spricht man von einem IT-Netz. Das ist natürlich auf Fahrzeugen nicht gut möglich. Mehrere Geräte über Schutztrennung mit Potentialausgleich zu betreiben ist nach VDE0100 Teil 410 nur noch Elektrofachkräften oder elektrotechnisch unterwiesenem Personal erlaubt.
    Fazit. Rein theoretisch brauchst du für jedes Gerät ein eigenes Aggregat oder verwendest nur schutzisolierte Geräte. Und der Verleiher kann dir gar nichts Normkonformes für dein Fahrzeug anbieten.
    PS. Da es schon nachfragen gab. Wer meine Mäuse mal größer sehen will: www.frankdistler.de/images/maeuse.jpg

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