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Thema: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

  1. #1
    Avatar von Strippentod
    Strippentod ist offline Boardinventar Schmorstellenfinder
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    Standard Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    Hallo Freunde der Formulierkunst und Elektrotechnik,

    Ich habe auch mal wieder mit einer kniffligen Problematik aufzuwarten.

    Wir errichten derzeit die Elektroanlage in einen Neubau, 8-WE, in Fertigteilbauweise. Sprich, es gibt eine bestehende Verrohrung in den Wänden, welche immer vertikal (vom Rohbetonfußboden) bis zu den Dosen verläuft. Soweit, so gut, Steckdosen und Schalter werden immer von unten angefahren und liegen somit auch in den vorgeschriebenen Installationszonen.
    Die Problematik beschränkt sich auf die Küchenwände. Hier werden ebenfalls obere Dosen (Dunstanzug, ect.) vertikal von unten angefahren, allerdings mitten auf der Wand, sprich in jener Flucht wo sie grade sitzen. Man weicht also von der üblichen vertikalen Installtionszone (10-30 cm von Rohbaukanten-/ecken) ab.
    Nun sagt die DIN 18015 folgendes dazu:
    Neu aufgenommen ist in dieser Norm eine Ausnahmeregelung für Fertigbauteile. Danach darf bei Fertigbauteilen auf die Nutzung der festgelegten Installationszonen verzichtet werden, wenn die Überdeckung der Leitungen mindestens 6 cm beträgt
    Leider sind diese 6 cm nicht gegeben, denn die Rohre liegen nur 4 cm tief im Beton. Ein Aufputzen ist nicht möglich, da die Küchen bereits danach bemasst und gefertigt sind.
    Weiterhin heißt es in der Norm:

    Werden Auslässe, Schalter und Steckdosen notwendigerweise außerhalb der definierten Installationszonen an-geordnet, so sollen sie mit einer senkrecht aus der nächstliegenden Installationszone geführten Stichleitung angeschlossen werden.
    Die "nächstgelegene Installtionszone, für eine Steckdose auf 2,30 m für bsp. eine Dunstabzugshaube, wäre somit von oben (30 cm von der Decke) anzufahren. Das ist hiermit auch nicht gegeben.

    Wir haben von Beginn an den Bauträger auf diese Problematik hingewiesen, jedoch ohne Reaktion. Nun war der TÜV zur Zwischenabnahme da und sieht das genauso wie wir. Das Schreiben vom TÜV hat vermutlich nun doch etwas mehr erwirkt, sodaß dieses Thema bei der heutigen Baubesprechung zum Eklat des Tages wurde. Alle beteiligten waren "sehr erstaunt" , weil sie "so ein Scheiß" noch nie gehört haben, denn man lässt diese Fertigteilwände nach diesem Schema bereits sein 30 Jahren so bauen, und es hätte sich noch nie eine Elektrofirma über diese problematische Abweichung beschwert.
    Nun läuft alles darauf hinaus, das wir (so kurz vor dem Maler) sämtliche Küchenwände aufschlitzen und die Leitungen umverlegen. Wer das allerdings bezahlt, bleibt vorerst offen.

    Meine Fragen dazu:
    1.) Haben wir hier schlafende Hunde geweckt!? Angesichts dessen, das diese Verrohrung vom Hersteller der Fertigplatten seit 30 Jahren so gehandhabt wird, und sich noch nie eine errichtende Elektrofirma darüber beschwert hat, hege ich langsam Zweifel daran ob die alle doof sind oder wir nur etwas übersehen haben ?!?
    Oder anders: Ist es nun richtig oder ist es falsch????????
    2.) Angenommen wir liegen richtig, melden pflichtgemäß unser Bedenken darüber an und der Bauträger nimmt es hin und sagt "damit kann ich leben", darf ich dann diese Elektroanlage (mit falscher Leitungsführung) in Betrieb nehmen? Oder reicht es zu, dieses dann im Protokoll zu vermerken, inklusive der schriftlichen Bestätigung (der Hinnahme des Mängels ) vom Bauträger.

    Freue mich über fundierte Aussagen.
    Geändert von Strippentod (03.11.2011 um 22:11 Uhr)
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  2. #2
    Avatar von bigdie
    bigdie ist offline Boardinventar Lasteinschalter
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    So eng hätte ich das nicht gesehen. Mal eine Frage, wenn du dein Haus installierst, und hängst dir einen großen LCD oder Plasmafernseher an die Wand, machst du dann Steckdose und Antennendose auf 30cm und lässt die Leitungen an der Wand herunterbaumeln weil die Installationszone in der Din so angegeben ist? Gleiches gilf z.B. für Schalter rechts und links neben dem Bett.
    PS. Da es schon nachfragen gab. Wer meine Mäuse mal größer sehen will: www.frankdistler.de/images/maeuse.jpg

  3. #3
    Avatar von Strippentod
    Strippentod ist offline Boardinventar Schmorstellenfinder
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    Zitat Zitat von bigdie Beitrag anzeigen
    wenn du dein Haus installierst, und hängst dir einen großen LCD oder Plasmafernseher an die Wand, machst du dann Steckdose und Antennendose auf 30cm und lässt die Leitungen an der Wand herunterbaumeln weil die Installationszone in der Din so angegeben ist? Gleiches gilf z.B. für Schalter rechts und links neben dem Bett.
    Wie gesagt, dann sind die von der nächstgelegenen Installationszone anzufahren. Wir verändern jetzt auch nur jene Leitungen, welche sich im oberen Bereich befinden (Thema Hängeschrank andübeln..) Arbeitssteckdosen auf 1,10, welche direkt von unten angefahren werden nicht, das ist selbst mir zu doof und würde einen wahnsinnigen Aufwand bedeuten.
    Vermutlich ist das letztendlich alles alles nur Politik, da mein Chef erst mit den Regiestunden Geld verdient. Mit Low Budget Prinzip den Auftrag ergattert und dann über Mehraufwand das Geld wieder reingeholt...so läuft das doch. Und du als Ausführender vor Ort begreifst die Welt nicht mehr, weil du alles 10 mal umbaust.
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  4. #4
    Avatar von bigdie
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    Ich denke mal, mit einem Stück Kreide den Leitungsverlauf auf den Beton gezeichnet und davon ein Foto für Vermieter Mieter und Küchenbauer hätte es auch getan.
    PS. Da es schon nachfragen gab. Wer meine Mäuse mal größer sehen will: www.frankdistler.de/images/maeuse.jpg

  5. #5
    Avatar von gert
    gert ist offline Boardinventar Schmorstellenfinder
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    Zitat Zitat von Strippentod Beitrag anzeigen
    Die Problematik beschränkt sich auf die Küchenwände. Nun sagt die DIN 18015 folgendes dazu:...
    2.) Angenommen wir liegen richtig, melden pflichtgemäß unser Bedenken darüber an und der Bauträger nimmt es hin und sagt "damit kann ich leben", darf ich dann diese Elektroanlage (mit falscher Leitungsführung) in Betrieb nehmen? Oder reicht es zu, dieses dann im Protokoll zu vermerken, inklusive der schriftlichen Bestätigung (der Hinnahme des Mängels ) vom Bauträger. Freue mich über fundierte Aussagen.
    Moin Strippentöter,

    wenn die Norm das sagt, dann soll das wohl so sein.
    Abweichungen sind aber immer möglich, wenn der Kunde damit einverstanden ist.
    Die 6cm Regel kommt aus dem Bereich der Spannungsverschleppung in RCD- geschützte Räume (Bäder).

    Wenn ich das richtig verstanden habe, ziehst Du Leitungen in bereits bauseits verlegte Leerrohre ein.
    Da würd ich bemängeln, daß die Rohre nicht nach DIN verlegt sind, und fertig.


    Gruß Gert

  6. #6
    Avatar von Strippentod
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    Zitat Zitat von bigdie Beitrag anzeigen
    Ich denke mal, mit einem Stück Kreide den Leitungsverlauf auf den Beton gezeichnet und davon ein Foto für Vermieter Mieter und Küchenbauer hätte es auch getan.
    Dieses Foto hat aber nach 5 Jahren der 3. Mieter mit der 3. Küche sicher nicht mehr...
    Zitat Zitat von gert
    Wenn ich das richtig verstanden habe, ziehst Du Leitungen in bereits bauseits verlegte Leerrohre ein.
    Da würd ich bemängeln, daß die Rohre nicht nach DIN verlegt sind, und fertig.
    Ja. Das haben wir auch gemacht. Bis es der TÜV-Mann dann auch nochmal bemängelt hat, kam keine Reaktion. So richtig will sich der Bauträger nun aber auch nicht unbedingt diesen Hut aufziehen, so daß es hieß: Mängel beseitigen.
    DENN: Was ist wenn der Käufer (alles Eigentumswohnungen) herkommt, seine Hängeschränke anbohrt und das Kabel trifft. Dann muss es repariert werden und plötzlich steh die Frage im Raum, wer die ganze Chose bezahlt. Im Extremfall geht das vors Gericht, welche einen Sachverständigen beauftragt , der wiederrum rausfinden wird, das das Kabel dort ausserhalb der Installationszone liegt (bzw. unzureichend überdeckt ist) und die Errichterfirma (welche die Anlage ja mängelfrei übergeben hat) für den Schaden aufkommen muss.
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  7. #7
    Avatar von gert
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    Frage vorab: Was macht der TÜ- Mensch auf der Baustelle bei 8WE? In wessen Auftrag handelt der?

    Zur Leitungsverlegung:

    1.Du ziehst die Leitungen ein, und das wars,

    2. dto. mit Mängelanzeige, daß die Leerrohre wohl nicht "normkonform" verlegt wurden, d.h. teilweiser Verzicht auf die Norm,

    3. Du lehnst den Auftrag ab.

    4. Hast Du vermutlich den Auftrag angenommen, den ( versteckten ) Mangel aber erst nach Ausführungsbeginn erkennen können. Dann ist der schwarze Peter beim Planer, Betonbauer, AG, etc. zu suchen, wenn Du zeitnah einen Mangel rügst. (Sofortiger Baustopp, zumindest der von Mängeln betroffenen Bauteile, etc.)

    Gruß Gert

  8. #8
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    stell dir vor, da bohrt der mieter oder eigentümer ein loch in die wand. unglücklicherweise verunglückt dieser tötlich. was meinste was dich der richter fragt ? der holt sich mal eben vom fachpublikum auch seine infos und einen sachverständigen und dann geht die sache erst richtig los. du hast alles richtig gemacht. im blöden fall biste jetzt aus dem schneider. leider haste jetzt auch die doppelte arbeit und die muß bezahlt werden. wurde das auch berücksicht das die wände ein schlitzen und stemmen vertragen ? nicht das es am ende risse oder sowas gibt. dann bist du der zahlt .
    The 3 Phasen Fredi himself ! Einer von der härtesten. Einfach kann jeder.

  9. #9
    Avatar von bigdie
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    Standard AW: Abweichende Installationszone in Fertigteilbetonwänden

    stell dir vor, da bohrt der mieter oder eigentümer ein loch in die wand. unglücklicherweise verunglückt dieser tötlich
    Kannst du mir mal erklären, wie sowas in Zeiten von Fi und Schutzisolierten Bohrmaschinen noch funktioniert? Mal ganz abgesehen, das 99% der Bevölkerung eh keinen Plan von Installationszonen haben und somit die Gefahr bei jeder Bohrung besteht, auch wenn die Installationszonen eingehalten werden.
    PS. Da es schon nachfragen gab. Wer meine Mäuse mal größer sehen will: www.frankdistler.de/images/maeuse.jpg

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