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Antenne bei gewitter auf Erde legen oder frei hängen lassen ?

Diskutiere Antenne bei gewitter auf Erde legen oder frei hängen lassen ? im Blitzschutz, Erdung, Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; hallo, ich bin funkamateur und stelle fest, dass es unter uns geteilte meinungen gibt, wie man seine funkgeräte richtig vor überspannungen von...

  1. #1 nancy50, 26.12.2013
    nancy50

    nancy50 Schlitzeklopfer

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    hallo,

    ich bin funkamateur und stelle fest, dass es unter uns geteilte meinungen gibt, wie man seine funkgeräte richtig vor überspannungen von der antenne schützen kann.diese treten in zwei fällen auf und können funken bis mehrere cm ziehen.einmal durch induktion bei blitzeinschlägen in der nähe und durch reibungselektrizität bei schneefall und auch bei regen.
    ich rede hier nicht über direkteinschläge in die antenne, das ist ein gesondertes thema.
    die vorschriften verlangen daher für antennenzuleitungen in das haus einen überspannungsschutz zu installieren.
    unter uns ist das gewöhnlich eine schutzpatrone mit entladungsstrecke an die die antennenkabel angeschlossen werden (N oder Pl stecker ).
    so, nun gehen die diskussionen los.
    das wird von vielen aus zwei gründen abgelehnt:
    der schutz reagiert zu langsam
    da der schutzstecker mit der erde verbunden werden muss, hebe ich das erdpotential gewissermassen in die luft und erhöhe die gefahr.(??)
    daher lassen viele funker das antennenkabel einfach ohne abschluss hängen.

    ich mache es etwas anders und lege bei gewitter oder anderen statischen aufladungen die antenne in meiner funkbude dauerhaft gegen erde.damit kann sich erst gar kein potential aufbauen, funken kann ich dann natürlich nicht.
    was ist nun richtig ?

    danke

    n50
     
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  3. #2 oberwelle, 26.12.2013
    oberwelle

    oberwelle Guest

  4. #3 Dipol, 26.12.2013
    Zuletzt bearbeitet: 26.12.2013
    Dipol

    Dipol Hülsenpresser

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    AW: Antenne bei gewitter auf Erde legen oder frei hängen lassen ?

    Den geringsten Schaden richtet ein Blitz an, der erst gar nicht ins Haus eindringen kann.

    Daher sollen Antennen möglichst nur noch in geschützten Räumen wie der nicht erdungspflichtigen Schutzzone der Fassade oder in LPZ 0B einer getrennten Fangeinrichtung errichtet werden, weil nur so galvanische Teilblitzströme auf die Antennenkabel und Endgeräte verhindert werden. Wo dies wie bei vielen Amateurfunkantennen nicht möglich ist, muss eine Antenne in LPZ 0A normkonform geerdet werden und die Kabel möglichst nahe an der Gebäudehülle in den geerdeten Schutzpotenzialausgleich einbezogen werden.

    Da sollte man erst mal klären unter welchen Voraussetzungen das von welchen Normen verlangt wird und den Unterschied zwischen einem Blitzstrom- und einem Überspannungsableiter kennen.

    Mit Schutzpatrone fange ich weniger an als mit Begriffen wie SPD 1 Blitzstromableiter mit Stoßstrom 10/350 µs und SPD 2 Überspannungsableiter mit Stoßstrom 8/20 µs.

    Die für Funksende-/empfangsantennen maßgebliche Norm ist die nationale DIN VDE 0855-300 die bei Erdung und PA von der international harmonisierten DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) für Haushaltsantennen erheblich abweicht. Ferner ist bei Gebäuden mit einer Blitzschutzanlage die DIN EN 62305 (VDE 0185-305) zu beachten.

    Wer von denen die das behaupten hat eine nachgewiesene Blitzschutz-Qualifikation? Das ist ein Vorwand um sich um die Kosten eines energetisch koordinierten Grob-, Mittel- und evtl. Feinschutz zu drücken. Für Mobilfunkantennen gilt ebenfalls die DIN VDE 0855-300 und keine Versicherung würde einen Mobilfunksender ohne ÜSE versichern. Siehe DEHN Blitzplaner Ed. 3 insbesondere Kapitel 9.17.

    Jeder Einschlag in das eigene Gebäude und ebenso Überspannungen von Einschlägen in die Nachbarschaft, welche über die Energie- und Telekommunikationsleitungen in das Gebäude eindringen, heben das Erdpotenzial an.

    Die Endgeräte bei Gewitter auszustecken bietet nur einen beschränkten Schutz, ein Blitzstrom im Antennenkabel löst sich nicht von selbst in Wohngefallen auf und sucht sich seinen Weg gegen Erde. Wenn das Antennenkabel an der Schittstelle von LPZ 0A und LPZ 1 mit seinem Schirm blitzstromtragfähig geerdet und mit koordinierten ÜSE geschützt ist, bringt das weit mehr als eine Alibierdung des Kabels im Gebäude die vermutlich weder blitzstromtragfähig (BSK 3 mit 100 kA Schutzpegel erfordert mind. 10 mm² Cu) und auch keine äquivalenten Trennungsabstände zu Personen und anderen Leitungen einhält.

    FAZIT:
    Antenne nach DIN VDE 0855-300 erden und in den PA einbeziehen und bloß nicht wieder dem gefährlichen Amateurfunker-Mythos der getrennten Erdung huldigen. Siehe ABB-Merkblatt #10 oder AFU-Kurs.

    Je niederohmiger die Erdungsanlage und je vermaschter der PA ist, umso weniger kann sich eine Anhebung des Erdpotenzials durch Einschläge in die eigene Anlage aber auch die viel häufigeren Überspannungsschäden durch Einschläge in die Nachbarschaft auswirken.
     
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