Einige Fragen zu (verpfuschter?) Elektroinstallation

Diskutiere Einige Fragen zu (verpfuschter?) Elektroinstallation im Grundlagen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Hallo zusammen, Ich werde demnächst in ein Haus ziehen, das derzeit noch von meinen Schwiegereltern bewohnt ist. Da die ursprüngliche Aussage...

  1. #1 nhoalbre, 16.10.2023
    nhoalbre

    nhoalbre Schlitzeklopfer

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    Hallo zusammen,

    Ich werde demnächst in ein Haus ziehen, das derzeit noch von meinen Schwiegereltern bewohnt ist. Da die ursprüngliche Aussage ("Elektrik ist frisch gemacht") sich inzwischen meiner Meinung nach als unverschämter Euphemismus für das Vorhandene herausgestellt hat, möchte ich dies von Fachpersonal überprüfen lassen, allerdings gut vorbereitet in das Gespräch gehen, da die bisherigen Bewohner eher auf dem "die letzten xx Jahre ist doch auch nix passiert"- Trip sind.

    Erste Frage: Gehört der Austausch von Adern in der Wand zum zulässigen 1:1-Tausch klassisch genullter Installationen, oder hätte hier zwingend nach aktuellen Standards verkabelt werden müssen?

    DSC02199.JPG Auf dem ersten Bild sieht man eine defekte Steckdose (mit der Fehlersuche hat alles angefangen.) Kabel dreiadrig, eine Ader ungenutzt, klassisch genullt. Zweite Frage: Kann aus der Ursache des Defektes (die ich nicht ausmachen konnte) eine Gefahr ausgehen?

    DSC02200.JPG Auf dem zweiten Bild sieht man eine Steckdose im gleichen Raum. Die Farbwahl dürfte wohl keiner jemals gültigen Norm entsprechen... Dritte Frage: Warum könnte hier ein anderes Kabel als in der ersten Dose liegen? Vermutungen: Das NYM-Kabel hat nicht durch den alten Kabelkanal gepasst, oder es ist ein noch deutlich älteres Kabel und wurde nicht mitgetauscht?!

    DSC02201.JPG Kommen wir zur Küche. Dort wurde ein dreiadriges Kabel an der Steckdose angeschlossen und trotzdem klassisch genullt. Vierte Frage: Was ist das, was hat sich die ausführende Kraft gedacht? der Laie staunt.

    DSC02221.JPG DSC02203.JPG DSC02204.JPG Die nächsten drei Bilder stammen auch aus der Küche. Hier haben wir verkokelte Adern und sich lösende Isolierungen vor allem auf dem ersten Bild, aber auch auf dem Zweiten sieht es nach Hitze aus. Ich hatte gehofft, dass dieser Anblick den Handlungsbedarf herausstellt, statt dessen kam als Vorschlag Isolierband ... Daher fünfte Frage: Wie drastisch ist das Problem? Auf Grund der Hitzeverfärbungen an mehr als einer Stelle vermute ich eine Überlastung insgesamt und weniger eine lose Klemme oder so.. Ist Ursachensuche wichtig oder reicht es, das verkohlte wegzukürzen?

    Ich möchte gern einschätzen können, ob ich gefahrlos mit meiner Familie einziehen kann bzw. was gemacht werden muss, damit es zumindest vorerst vertretbar ist. Ich habe nichts gegen eine gesunde Portion Pragmatismus und ein Kompletttausch ist definitiv nicht mehr drin vor Einzug. Aber ich möchte auch keine tickende Zeitbombe.

    Danke schonmal an alle, die sich die Mühe machen, sich alles anzusehen und ihre Einschätzung abzugeben. Ich hab bei Bedarf auch noch mehr Bilder und Infos, aber fürs erste ist es glaub genug Text geworden :)

    Viele Grüße aus Bremen
     
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  3. #2 Kaffeeruler, 16.10.2023
    Kaffeeruler

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    Klassischer Murks...

    Meiner Meinung nach würde ich da erst gar net einziehen
    Alleine die verbrannten Leitungsenden deuten darauf hin das hier arge Thermische Belastungen voran gegangen sind und ob hier dann kürzen und neue Steckdosen reichen würden ?
    Das viele noch mit KN arbeiten bzw nicht wissen wie sie damit umgehen, auch 50Jahre nach dem Verbot verwundert mich immer wieder

    Ohne eine kompl. Prüfung der Anlage.. wobei kann man sich sparen und gleich Sanieren denn der Verteiler dürfte wohl nicht besser aussehen. Ich tippe hier dann auch auf alte H-Sicherungen oder Diazed, evtl sogar nur 230V Zähler

    Es ist und bleibt eine tickende Zeitbombe


    und ich dachte immer das Bremen eher die TT-Installationen hatte, war wohl immer in den falschen Stadtteilen
     
    Lasttrennschalter und elo22 gefällt das.
  4. #3 nhoalbre, 16.10.2023
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    DSC02212.JPG Ganz so schlimm ist es vielleicht doch nicht... Der Keller wurde, so weit ich das beurteilen kann, AP ordentlich versorgt und auch die Bäder sind mit lokalen FIs ausgestattet.

    Ich würde gern ne Lösung finden, die nicht bedeutet "zieh halt nicht ein", wenn möglich. Ist nämlich etwas realitätsfern ...
     
  5. #4 Kaffeeruler, 16.10.2023
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    Es gibt keine echte Lösung..
    Selbst eine Messung nach VDE würde nicht zu 100% Sicherheit geben denn sie kann nicht alle Schäden aufdecken und es werden bei einer Prüfung auch keine Dosen, Steckdosen usw geöffnet wenn es dazu keinen Anlass gibt
    Eine KN an sich wäre kein Mangel der ein handeln mit sich bringt.

    Die Mängel auf den Bildern jedoch schon, die kann man nicht von der Hand weisen und müssen sofern möglich behoben werden
     
  6. #5 nhoalbre, 17.10.2023
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    Ich werde eine Elektrofachkraft hinzuziehen und mich beraten lassen. Insbesondere interessiert mich, ob die Installation ggf. mit den vorhandenen Kabeln dreiphasig angeschlossen werden kann mit Nachrüstung FI bzw. wie viel Aufwand dies wäre (dreiadrige Kabel zumindest tw. vorhanden, Leerrohre wohl auch). Evtl. auch Stück für Stück, Raum für Raum. Das lässt sich vor Ort wohl am besten feststellen. Die defekte Steckdose im WZ soll genauso wie die Verbrannte Küchenelektrik unter die Lupe genommen werden.

    Vielleicht kann sich jemand noch zur 1., 3. und 4. Frage äußern:

    - Gehört der Austausch von Adern in der Wand zum zulässigen 1:1-Tausch klassisch genullter Installationen?
    - Wie alt schätzt Ihr das Kabel auf dem zweiten Bild? Ca. 25-30 Jahre oder eher deutlich älter?
    - Was ist das für eine Verkabelung auf dem dritten Bild?

    Was nützt mir eine "Messung nach VDE"? Ist das das, was mit "E-Check" beworben wird?

    Grüße aus Bremen
     
  7. #6 Kaffeeruler, 18.10.2023
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    Das ist ne 0815 Stegleitung an der die blaue Ader entfernt wurde, also vor 2003 und irgendwas nach 1970.
    Wenn der Mantel noch weich ist dann eher aus den 70ern oder 80ern

    keine gute :D

    Es ist, messtechnisch das selbe aber der E-Check ist ein Marketing Prüfsiegel welches nur Firmen kleben dürfen die im Verband sind
    Durch die Prüfung weiß man zumindest ob die Anlage den z.B Abschaltbedingungen genügen würde, die Leitungen keine verdeckten isolationsschäden haben usw

    Und wenn das Gebäude nach 1973 errichtet wurde war auch die Klassische Nullung nie zulässig. Die endete 1970 mit Übergangsfrist dann 1973 und hätte damit auch im Bild 3 nicht mehr sichtbar sein dürfen da die Leitung / Dose sicher eher später gesetzt wurde m.e

    Alles was man ab 1973 angepackt hat hätte dann als 3Leiter TN-S gelegt werden müssen, sei es Erweiterungen oder auch rep. oder 1:1 tausch bzw neue Leitungen
     
  8. #7 nhoalbre, 18.10.2023
    nhoalbre

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    Das seh ich selber ;) ich würde es aber gern verstehen. Was wurde sich dabei gedacht?

    Zum Bauzeitpunkt war KN definitiv zulässig, beim Austausch sicher nicht mehr, daher ja meine Frage, ob ein 1:1-Tausch unter den "Bestandsschutz" (ja, ich weiß :whistling: ) fällt.

    Danke für den Input bis jetzt!
     
  9. #8 Lasttrennschalter, 18.10.2023
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    Zu deinem Thema KN und Bestandsschutz zitiere ich mich mal selbst:
     
  10. #9 nhoalbre, 18.10.2023
    nhoalbre

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    Ja, ist mir bekannt. Ich denke, ich hab auch zum Ausdruck gebracht, dass ich an einer Erneuerung interessiert bin. Dass es Lebenssituationen gibt, wo man nicht mal eben alles auseinanderrupfen kann, wenn nicht absolut akute Gefahr im Verzug ist, sollte auch klar sein.

    Kannst Du mir noch was zur Verkabelung in Bild 3 sagen oder lässt Du mich blöd sterben? :confused::confused:
     
  11. #10 Lasttrennschalter, 18.10.2023
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    Lasttrennschalter Spannungstauglich

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    Wäre mal Interessant dort nachzumessen ob der gr/gb und der blaue tatsächlich funktionstüchtig sind oder am anderen Ende in der Luft hängen.
    Würde fast drauf wetten das dort der Installateur keine Ader einfach in der Luft hängen lassen wollte und sie so "untergebracht" hat
     
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