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fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

Diskutiere fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers im DIN / VDE Richtlinien Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Hallo zusammen, Ein Kollege ist gerade dabei ein paar kleine Schaltkästen zu bestücken und verkabeln. Es handelt sich hierbei um eine...

  1. cmyk

    cmyk Schlitzeklopfer

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    Hallo zusammen,

    Ein Kollege ist gerade dabei ein paar kleine Schaltkästen zu bestücken und verkabeln. Es handelt sich hierbei um eine Festinstallation auf einer Bühne die dazu dient, fliegende Verlängerungen zu ersetzen ähnlich wie man es im Bühnenbereich mit Multicorekabeln und Splitboxen macht. Die Kabellängen liegen bei 20-30m.

    Folgende Bestückung:
    1 Schukodose - führt 230V und wird mit ca. 2kW belastet werden
    1 XLR-Dose - führt ein DMX-Signal
    1 9-polige Hartingbuchse (D9 glaube ich) - ist mit 230V (Signallampe, gedimmte Phase, Dauerphase) beaufschlagt. Stromstärke (der im Gerät angeschlossenen Pumpe) hier liegt bei ca. 2-3A

    Das Gehäuse ist ein Metallgehäuse 150*150*70mm

    Folgende Punkte fand ich kritikwürdig:
    a) DMX und 230V-Bereich müssten eigentlich mit einem Steg getrennt werden. Mindestens aber sollten die Lötstellen am XLR mit Schrumpfschlauch versehen und die Kabel mit einem Kabelbinder gebündelt werden, da dies in diesem Gehäuse nicht möglich ist. Die Schukodose ist eine Ausführung mit nicht fingersicheren Anschlussklemmen (daher meine Bedenken).
    b) Der Deckel, in welchem die Komponenten eingebaut sind ist zwar geerdet, aber die Leitung wird über die Schukodose geschleift und auf eine Wagoklemme (Serie 222 - mit dem orangefarbenen Hebel) geführt wo auch der PE der Hartingbuchse aufgelegt ist. Von dieser Wagoklemme geht ein 1,5qmm Draht ab und soll am Aufbaugehäuse angeschraubt werden. Meiner Meinung nach, darf die Erdung des Gehäusedeckels nicht zusammen mit den Komponenten über eine Wagoklemme geführt werden sondern muss extra angeschlossen werden. Und zwar mit mind. 2,5qmm.
    c) Die Harting-Buchse ist PE-mäßig mit 0,75qmm verdrahtet. Ich behaupte es müssen 1,5qmm sein.
    d) Die 230V führenden Leitungen (1,5qmm) sind über eine Lüsterklemme geführt. Ich bin mir nicht sicher ob dies so zulässig ist.
    e) Die Bauteile sind mit selbstschneidenden Schrauben befestigt - die Schraubenenden (spitze Enden) ragen 10mm ins Gehäuse was ich für problematisch halte. Ich behaupte es müssen normale metrische Schrauben sein - zusätzlich mit zahnscheibe versehen damit auch hier die Erdung greift.
    f) Die Schraubenlöcher sind nicht entgratet. Auch das halte ich für falsch und nicht zulässig.
    g) Der Kabelbaum ist weder mit Klebeschellen befestigt noch in irgendweiner Weise vernünftig in einer Schleife gelegt.
    h) die XLR-Buchse ist lediglich über die 2 Befestigungsschrauben (auch selbstschneidend) mit dem Gehäuse verbunden.
    i) Erdung des Deckels erfolgte ohne Zahnscheibe.
    j) keine Dokumentation in Form eines Schaltplans und Aufbauplans
    k) keine CE-Erklärung

    Diskussionen mit meinem Kollegen endeten mit einem langen Gesicht seinerseits. Er ist der Ansicht alles richtig gemacht zu haben. Er hat sich sicherlich viel Mühe gegeben. Aber IMHO hat er ziemlichen Mist fabriziert, was nicht das erste mal so ist.
    Es flogen Behauptungen über die Notwendigkeit von Gehäuseerdungen hin und her. Es handelt sich ja schließlich nicht um einen ganzen Schaltschrank. Daher sei alles nicht sooo eng zu sehen. Die Wago sei ok weil sich da ja eh nix löst. Und die Lötstellen sind seiner Meinung nach auch ausreichend.
    Entsprechende Vorschriftenwerke sind zwar vorhanden aber die liest niemand. Vor allem gibt es keine vEFK und auch keine Leitung der Abteilung die Ahnung hat und sagt wo es lang geht.

    Welche Vorschriften sind hier heranzuziehen? Kann mir jemand von Euch netterweise ein paar Infos hierzu geben. Auch Günde, warum die Querschnitte für PE entsprechend sein sollen.

    Hier ein paar Ansichten des aktuellen Aufbaus dazu:

    Detail001.jpg gesamtansicht001.jpg vorderseite.jpg

    Mit viel Glück wird dann noch das ganze Kabelgewirr so wie es ist an den Lüsterklemmen angeschlossen, in den Grundkasten gestopft und alles verschraubt.
    Eine Beschriftung ist eher nicht vorgesehen. Das hat bei uns noch nie jemand gemacht.
    Ich hoffe ihr könnt Euch meinen Frust hierbei vorstellen!

    Gruß

    CMYK
     
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  3. #2 kurtisane, 21.06.2012
    kurtisane

    kurtisane Guest

    AW: fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

    Hallo!

    Auch selber als "Nichtelektriker" fällt mir so manches auf was auf den 1. Eindruck nicht ganz lt. VDE passt.
    Nur die VDE ist kein Gesetz sondern wird oft erst herangezogen wenn was passiert ist!

    Nun jetzt meine Gegenfrage, welche Funktion hast Du da in dem Betrieb, weil Du darüber gar so frustriert bist?

    MfG.
     
  4. cmyk

    cmyk Schlitzeklopfer

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    AW: fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

    Hallo Kurtisane,


    ich bin EFK in dem Betrieb und gehöre zu denjenigen, die schon seit Jahren auf die gravierenden Missstände hinweist und um Abhilfe bittet.
    Du irrst, wenn Du glaubst dass VDE erst herangezogen wird wenn etwas passiert ist. Nicht umsonst firmiert das mittlerweile als DIN-VDE.
    Zudem sind noch ganz andere Gesetze, Regel- und Vorschriftenwerke bei dieser Problematik betroffen. Zu allererst das Arbeitschutzgesetz, dann die Maschinenrichtlinie, die BGV A3 um nur einige zu nennen.
    Natürlich wird das alles oft erst betrachtet WENN mal was passiert ist. Aber mal unter uns - würdest Du das Risiko eingehen, einen Schaden an Dir selbst zu erleiden? Vor allem wenn Du weisst, das etwas nicht nach den gültigen Regeln aufgebaut ist? Oder um es anders zu sagen: würdet Du in ein Auto steigen, wenn Du weisst, dass die Bremsen defekt sind?
    Ich als EFK trage da eine Mitverantwortung. Das ist vielen EFKs nicht im entferntesten bewusst. Alle reden nur davon, dass der Unternehmer als Hauptverantwortlicher haftet. Da man als EFK aber Sachverständigenstatus hat wird der Richter zu Recht fragen: warum haben sie nichts gesagt, nicht gehandelt? SIE sind doch Fachmann?

    Ob das in der Praxis so abläuft oder nicht. DIESES Risiko tragen wir alle, alle EFKs
     
  5. elo22

    elo22 Lichtbogenlöscher

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    AW: fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

    Das geht bei 230 V~ schon mal nicht, es sei denn Du sicherst mit 6 A ab.

    Nein, Lüster ist für Lüster da.

    Das spielt kein Rolle.

    Von dem mal abgesehen gehören die Teile IMHO nicht in eine Dose.

    Lutz
     
  6. #5 kurtisane, 21.06.2012
    kurtisane

    kurtisane Guest

    AW: fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

    Hallo@cmyk!

    Oder, hallo Ralf!

    Wie sollen wir hier Dir von der Ferne helfen können.

    Du schreibst Du bist einem Betrieb mit rd. 600 MA.
    Da muss es doch in der Ecke Jemanden geben der die "richtigen" Vorschriften macht u. auch überprüft.
    50% des Lebens ist Vorplanunung, nur wenn es keine gibt, bzw. nicht danach gehandelt wird. ist es absolut schlecht.

    Das mit den Bremsen vom Auto ist ein schlechter Vergleich denn da muss ich erst wegfahren um es zu Wissen wie die Bremsen wirklich funkt. Bei Deinem gezeigten E-Miniverteiler kann es sein dass es schon nicht richtig funkt. wenn man es nur anlangt.

    Aber sowas musst Du im eigenen Betrieb abklären u. aufdecken, hier wird es leider nix bringen.

    Du schreibst dass Du Fernmeldemeister bist, so wie ich, vielleicht fürchten sich solche Leute schneller vor dem Strom als so manche Vollblut-Elis?

    MfG.
     
  7. #6 cmyk, 21.06.2012
    Zuletzt bearbeitet: 21.06.2012
    cmyk

    cmyk Schlitzeklopfer

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    AW: fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

    moin Kurtisane,

    ne neee, ich hab null Angst vor Strom *lacht*. Wir hantieren bei uns mit Strömen bis um die 500A. Ich halte lediglich meine Augen offen und beschäftige mich mehr mit Elektronik, Elektrotechnik und Vorschriften als es andere Kollegen tun. O-Ton eines neuen Kollegen: "Ich habe noch nie einen Schaltschrank nach Plan aufgebaut oder gar einen Plan gezeichnet. ICH hab das immer aus dem Kopf gemacht." Chef saß nebendran und hat nix gesagt... Gibts da noch was zu sagen?

    Und genau das was Du schreibst ist bei uns bittere Realität. Es gibt niemanden um die Ecke, der sich so richtig verantwortlich fühlt, geschweige denn die Verantwortung tragen kann. Aber behauptet, dass man die Verantwortung im Falle eines Falles tragen würde, solche Sprüche kommen von der Geschäftsleitung regelmäßig (Anmerkung: keiner von den Sprücheklopfern ist in irgend einer Ausprägung EFK. Eine selbsternannte und dann auch noch von der Leitung bestellte vEFK hält sich lediglich für seinen eigenen Bereich zuständig - ansonsten ginge ihn das alles nichts an. Er gehe sowieso bald in Rente.
    Solche Zustände wirst Du im Bereich des öffentlichen Dienstes leider öfter finden als Dir lieb ist.
    Unsere Betriebsstruktur ist unter alles Sau - wenn ich das mal so flapsig sagen darf. Von den 600 MA sind ca 50 EKFs in verschiedenen Ausprägungen und in verschiedenen Arbeitsbereichen tätig. Aber durch die Bank haben alle mehr oder weniger mit richtig "Power" zu tun. Schweinwerfer mit bis zu 10kW, Antriebe mit bis zu 50kW, allerlei Kraftmaschinen, selbstgebaute Geräte, Festinstallationen und fliegende Aufbauten.
    Dir würden die Haare zu Berge stehen wenn Du erleben würdest, wie bei uns die gesamte Fachrichtung Elektrotechnik gehandhabt wird.
    Warum sich da nichts ändert? Warum ich nicht einschreite? Als Meister auch noch? Weil ich in der denkbar ungünstigsten Position bin: ganz unten an der Front. Und natürlich habe ich auch noch so verantwortungslose Kollegen und auch Vorgesetzte (die nichtmal vom Fach sind) denen ich ständig ihre falschen Fachkenntnisse aufzeige, die mir sogar noch in den Rücken fallen. Aber neben zwei weiteren Kollegen die das ähnlich wie ich sehen, aber den Kampf schon eine Weile aufgegeben haben, stehe ich quasi alleine auf weiter Flur.
    Wenn ich etwas aufdecke, so wird das "registriert, dann bestritten und läuft sich letztendlich tot weil sich niemand an meine Weisungen gebunden fühlt- Wie denn auch. ICH bin ja nicht deren Chef sondern lediglich ein Quertreiber der ständig was zu meckern hat. Sifa und PersRat sind zahnlose Tiger, die BG-Elektro ist nicht zuständig. Ich kann mir keine aussichtslosere Situation vorstellen. Aber ICH bin nicht bereit aufzugeben. Auch wenn ich mich manchmal wie Don Quichote fühle.
    Immerhin weiß ich auch noch aus dem Elektronik-Kompendium, dass ich nicht der Einzige bin, der in einem derartigen Schlamperladen sein Dasein fristet.
    Was meine Anfrage hier angeht, so erhoffe ich mir kleine Hinweise auf betreffende Vorschriften und Bestätigung meiner Sichtweisen - damit ich mit noch mehr Nachdruck meine Forderungen vorantreiben kann - oder Tips wie die von Elo22 mit der Unzulässigkeit von Lüsterklemmen bei diesen Stromstärken. DAS war nichtmal mir bewusst.

    Gruß

    Ralf
     
  8. #7 kurtisane, 21.06.2012
    kurtisane

    kurtisane Guest

    AW: fachgerechter Aufbau eines Kleinverteilers

    Hallo Ralf!

    Was soll der Chef entgegnen wenn er sich selber nicht auskennt u. es angeblich immer so war? NIX!

    Und 50 "Schlechte" in einem solchen Betrieb, halten sich nachweislich eher gegenseitig die Stange, öfter als Ihr 3 ""Gute" Musketiere.
    Wetten...Dass!

    Den Rest sende ich Morgen per pn.

    MfG u. gute Nacht!
     
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