Fehlerstrom durch Induktion

Diskutiere Fehlerstrom durch Induktion im Grundlagen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Ich frage mich, wie hoch die Fehlerströme durch Induktion nebeneinander laufender Leiter werden können, und warum hier nicht bereits der RCD...

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  1. mabu

    mabu Lüsterklemmer

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    Ich frage mich, wie hoch die Fehlerströme durch Induktion nebeneinander laufender Leiter werden können, und warum hier nicht bereits der RCD auslöst...

    Zu einem Deckenauslass habe ich für eine 3-Phasen-Stromschiene 5x1,5 gelegt (gleiche Phase). Für die Lampeninstallation sind alle 3 Phasen abgeschaltet. Die Leitungen führen allerdings durch Verteilerdosen anderer Leuchtkreise, die zum Zeitpunkt unter Spannung stehen. Nun wunderte mich, dass die induzierte Spannungen doch so groß sind, dass ein berührungsloser Spannungsprüfer bereits anschlägt und auch der 2-polige Spannungsprüfer einige Volt anzeigt. Wenn solche Ströme ebenfalls auf den PE-Leiter induziert werden, warum führt das nicht öfter zum Auslösen des RCD?
    Ich weiß, dass man auch wegen anderer Fehlströme z.B. von elektronischen Netzteilen die Fehlerstromschutzkreise nicht zu groß wählen soll. Wir haben im Einfamilienhaus bereits 5 Fehlerstromschutzkreise (Steckdosen, Licht, Garten, IT, Heizung, etc.), weil das auch nicht viel teurer war und etwas mehr Ausfallschutz bietet. Vor der Renovierung lief das Haus aber komplett über einen RCD, wie konnte das gehen? Oder ist die Summe solcher Fehlströme meist unter 30mA?
     
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  3. #2 Drehfeld, 13.01.2021
    Drehfeld

    Drehfeld Strippenstrolch

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    Das ist keine Induktion sondern eine kapazitive Kopplung von Ader zu Ader. Die Höhe dieses Blindstroms kannst du mit dem Kapazitätsbelag der Leitung abschätzen.
     
  4. bigdie

    bigdie Freiluftschalter

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    In der Regel tritt sowas nur auf zwischen Ader-Ader in einer Leitung. Wenn alle 3 Phasen abgeschaltet sind in der Verteilung ist das schon merkwürdig
     
  5. mabu

    mabu Lüsterklemmer

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    Ein Leerrohr zur Verteilerdose mit hat schon einige aktive Adern... Ich habe für die Lampeninstallation nicht die ganze Verteilerdose abgeschaltet, sondern nur die Leitungen zum Deckenauslass.
     
  6. bigdie

    bigdie Freiluftschalter

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    Bei einem Kabel kannst du den Fehlerstrom im Prinzip auch ausrechnen. Wenn eine Freie Ader zwischen einer mit 230V und einer anderen mit 0V liegt, hast du theoretisch die halbe Netzspannung drauf. Misst du nun mit dem Multimeter 10V weniger als halbe Netzspannung, dann führt der Strom über den Eingangswiderstand vom Multimeter (oft 10 Mohm) bzw der Strom durchs Multimeter zu diesem Spannungsfall.
    Du brauchst also schon ziemlich viel Leitung um 20mA Fehlerstrom zu erzeugen. Und wenn dein Haus vorher nur einen FI hatte fürs Haus, dann kann es durchaus sein, dort ist oder war TT-Netz und der FI hatte 500mA Auslösestrom. Das war früher so die übliche Größe.
     
  7. mabu

    mabu Lüsterklemmer

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    Vorher was es auch ein 30mA RCD. Das Netz hier ist TNC-S.
     
  8. #7 Drehfeld, 14.01.2021
    Drehfeld

    Drehfeld Strippenstrolch

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    Was genau ist denn nun die Frage?
    Der Effekt ist normal und basiert auf der kapazitiven Kopplung.
     
  9. #8 andi2206, 14.01.2021
    andi2206

    andi2206 Spannungstauglich

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    > Kapazitive Einkopplung

    Und Raider heißt nun Twix
     
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  11. mabu

    mabu Lüsterklemmer

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    Vielen Dank, das war die Antwort.
    Kann denn jemand ausrechnen, ,was z.B. auf 10m 3x1,5 NYM im Schnitt an Strom auf dem PE zusammenkommt, wenn man von optimaler Aderposition im Kabel ausgeht?

    Eine Frage noch zum Thema, wenn im Kabelkanal noch z.B. KNX liegt. KNX Kabel darf man ja mit 230V verlegen. Verhindert der Mantel hier effektiv die kapazitive Einkopplung auf die Ader? Tut er das erst, wenn er auf PE liegt?
    Ich habe außerdem J-Y(ST)Y 2x5x0,8 mit 24V DC verlegt als Steuerleitungen für die Logos. In den allermeisten Fällen haben die einen eigenen Kabelkanal. Hier habe ich den Mantel auf PE und den Minus-Pol ebenfalls auf PE gezogen, auch wenn das dann nicht mehr SELV entspricht, sondern FELV. Hier wäre ich dann sicher vor kapazitiver Einkopplung? 24V wären nämlich schnell erreicht.
     
  12. bigdie

    bigdie Freiluftschalter

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    Nicht der Mantel, aber der Abstand durch den Mantel. und auch der Drall der Adern. Die sind ja z.B. im 3x1,5 verdreht. Das heißt das parallel liegenden KNX Kabel liegt abwechselnd an der Phase, am N und am Pe an. Und im KNX Kabel ist es ähnlich. bzw noch besser. Durch den Drall wird es auf beide Adern eingekoppelt und das hebt sich dann in der symmetrischen Schnittstelle im Gerät wieder auf.
    Ist hier erläutert
    https://de.wikipedia.org/wiki/Symmetrische_Signalübertragung
     
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