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Neuverdrahtung im Altbau

Diskutiere Neuverdrahtung im Altbau im Grundlagen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Hallo zusammen, kurz etwas zu mir: Ich habe vor 6 Jahren eine Ausbildung zum Elektroinstallateur abgeschlossen, aber bis auf ein paar...

  1. IT-ler

    IT-ler Schlitzeklopfer

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    Hallo zusammen,

    kurz etwas zu mir: Ich habe vor 6 Jahren eine Ausbildung zum Elektroinstallateur abgeschlossen, aber bis auf ein paar Kleinigkeiten wie Lampen und Schalter montieren, nichts mehr in dem "klassischen Berufsfeld" gemacht.
    Nun zur Situation: Ich habe ich mir vorgenommen in eine leer stehende Wohnung im Mietshaus meiner Eltern einzuziehen (sprich ich darf alles verändern was notwendig ist auch wenn ich später nur Mieter sein werde). Bei dem Haus handelt es sich um ein Vorkriegsbau ca. 1890 erbaut mit all seinen schönen und scheußlichen Seiten. Die Wohnung die ich nehme werde, stand sehr lange leer, weil sie z.B. nun kein eigenes Bad mehr hat. Wie ich leider feststellen musste verfügt die Wohnung nur über einen einphasigen Anschluss mit 2-Adern..sprich klassische-Nullung..was für mein Vorhaben einen elektr. DLE anzubringen fatal ist. Auch mit dem Herd/Backofen bringt es ein paar Probleme mit sich. Die Wohnung liegt im 2. Stockwerk. Unsere Stadt hat ein TN Netz. Die Elektroverteilung im Keller wurde vor ein paar Jahren neu gemacht. Dort sieht es aktuell so aus: Zuleitung von der Stadt -> 2 Kästen mit den Schienen (L1-L3 + PEN) -> dann geht ein Teil auf den Verteilerkasten im Keller ( Zähler für die Wirtschaft im Haus, das Erdgeschoss und den allg. Strom). Ich konnte mir noch nicht genau anschauen wo die Zuleitungen für die anderen Wohnungen abgehen, aber aktuell stelle ich mir das so vor..: Da es recht schwierig ist die Zuleitung im Treppenhaus hinauf zu führen würde ich entweder einen stillgelegten Kamin nutzen oder an der Straßen abgewandten - Südseite an der Hauswand die Leitung in die Wohnung ziehen. Dort fängt der "Spaß" erst an...es gibt einen Flur, ein Raum wird zum Bad werden, eine große Küche, ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer. Ich dachte an 4 o. 5x10mm² als Zuleitung (Entfernung ca. 20m). Reicht das? Oder würden sogar weniger reichen (Kostenfrage)? Aktuell sind 2x4mm² verlegt. Dazu kommt dann die Frage welcher RCD? Wie würdet ihr die Zuleitung, und wie die Stromkreise legen/anschließen?
    Bei Bedarf habe ich auch einen Wohnungsplan erstellt.

    Ich danke schon mal fürs durchlesen und hoffe auf gute Tipps für einen auf "Abwegen" gekommenen Kollegen, die abseits von "geh´ doch zu nem ortsansässigen Elektriker" liegen :-)

    Mit schönen Grüßen
    Thomas
     
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  3. #2 Strippentod, 20.02.2011
    Strippentod

    Strippentod Niederspannungswandler

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Wenn, dann würd ich 5x10mm² nehmen. (PEN-Auftrennung ab Zählerplatz empfohlen)
    Nennfehlerstrom RCD = 0,03A .
    Der Nennstrom des RCD kommt auf die Vorsicherung an. (bzw. was an Last hinten dran hängt) und mindestens 2 davon. (Ausfallsicherheit)
    Stromkreise würd ich pro Raum aufteilen. (Lässt sich am besten installieren) und Grossverbraucher natürlich extra.
     
  4. #3 Elektrolurch, 20.02.2011
    Elektrolurch

    Elektrolurch Strippenstrolch

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Lese dir die DIN 18015-1 bis 3 durch da stehst alles drinnen was du erst mal wissen musst.

    MFG

    Elektrolurch
     
  5. #4 AC DC Master, 20.02.2011
    AC DC Master

    AC DC Master Freiluftschalter

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    moinsen !

    erstmal min. 5x16² als zuleitung für deine Whg. . wegen der sache mit bad und den steckdosen mehr als nur ein RCD einplanen bzw. LS/FI (RCCB ) nehmen. kostenfrage ? kannste du dir völlig von der backe streichen. seh zu, das du vielleicht günstig an das material kommst bei den kupferpreisen aber sparen an der falschen stelle halte ich für waaghalsig. nur weil es mit 2x6² ging heißt es nicht das ein größerer querschnitt abhilfe bringt. zu dem du min. 63A auf 3 phasen leisten mußt.
    durch einen nicht mehr gebrauchten schornstein kannste die zuleitung legen. denk aber bitte an die befestigung. stahlseil usw. .
     
  6. #5 Zelmani, 21.02.2011
    Zuletzt bearbeitet: 21.02.2011
    Zelmani

    Zelmani Lüsterklemmer

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Hallo Thomas,

    10mm² sind, was die Strombelastbarkeit angeht, als Wohnungszuleitung mit der geforderten 63A-Vorsicherung nur bei Verlegung C (auf Putz) zugelassen. Streng gerechnet, reicht dieser Querschnitt sogar nur für 60A aus. Auch mit dem Spannungsfall wird es eng: Auf den 20 Metern verlierst Du theoretisch unter Vollast gut 4V, somit bleiben Dir in der Wohnung nur noch knapp 3V, wenn Du unter den geforderten 3% bleiben willst. Bei einer normalen Absicherung von B16A darf dann keine 1,5mm²-Leitung nach der UV länger sein als 8m! Und da ist der Spannungsfall vom HAK bis Zählerplatz noch gar nicht berücksichtigt... Schließlich sind auch noch Netzinnenwiderstand und ggf. Schleifenimpedanz zu bedenken (falls nicht alles über RCD läuft) - auch hier gilt wieder: je dünner der Querschnitt, desto problematischer die Werte, was die Einhaltung der Abschaltbedingungen angeht.

    Fazit: wenn Du auf der sicheren Seite bleiben willst, nimm 16mm².

    Was die RCDs angeht gilt: je mehr desto besser! Einmal aus Gründen der Versorgungssicherheit (bei einem Fehler soll nicht gleich die ganze Wohnung stromlos geschaltet werden), und zum anderen, da Du bei geschickter Aufteilung ohne zusätzliche Vorsicherung mit den günstigen 40A-RCDs auskommst und nicht auf die teuren 63A-FIs zurückgreifen musst. Meine Empfehlung würde lauten:

    1 x 40A/0,03 vierpolig DLE
    1 x 40A/0,03 vierpolig Bad und Küche mit Herd und ggf. Balkon
    2 x 40A/0,03 vierpolig für Licht- und Steckdosenstromkreise

    Das mag auf den ersten Blick übertrieben wirken, ist es aber keinesfalls. Wenn Du einmal in einem Stromkreis einen Fehler hast, wirst Du froh sein, wenn Du noch duschen und kochen kannst und außerdem in der Hälfte der Wohnung noch Licht hast...

    Schöne Grüße,
    Bernd

    P.S.: Ja, der Wohnungsplan wäre interessant...
    P.P.S.: Hab gerade nochmal gelesen, dass Du die Leitungen an der Außenwand auf der Südseite hochziehen willst. Das ist keine gute Idee: wenn da im Sommer die Sonne drauf knallt, musst Du mit Umgebungstemperaturen von 50°C und mehr rechnen! Da ziehen Dir die Korrekturfaktoren die Strombelastbarkeit soweit in den Keller, so dass Du gleich mit mindestens 25mm² auffahren darfst...
     
  7. IT-ler

    IT-ler Schlitzeklopfer

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Wow! bzw. Hallo und danke für die vielen Antworten!

    Ich scheine wohl einiges wieder vergessen zu haben von früher. Das ich eine 5x16mm2 Leitung legen muss, bei der kurzen Entfernung war mir nicht bewusst. Ich muss das auf jedenfall mal nachmessen, aber unter 15m werde ich sicher nicht kommen. Wie ich die 23mm dicke Leitung dann verstecke muss ich mir noch überlegen. Wird dann aber wohl in einem Kabelkanal landen und dann irgendwann unter Putz. Das mit dem Stahlseil ist eine gute Idee, ich vermute es soll als Zugentlastung dienen?
    Wenn ich die 16mm² Zuleitung nehme, darf ich aber wieder 1,5mm² von der UV ab verlegen, oder? Reicht es denn wenn ich das billigste Material nehme was ich finde? Also RCD für á 23€, LS für á 2€, 25m 5x16mm² für 215€ usw....das muss ja die CE,VDE und ggf. noch DIN einhalten, oder? Den 27kw DLE sollte ich mit 4mm² und den Herd mit 2,5mm² anschließen, nehme ich an..?
    Danke schon mal! Später stelle ich den Raumplan noch hier rein, bin aber aktuell noch auf der Arbeit O:-)
    Grüße
    Thomas
     
  8. #7 Jörg67, 21.02.2011
    Jörg67

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Ohne in Tabellen zu gucken bin ich sicher, das war mal. Nimm 6²

    Gegen günstigen Einkauf spricht an sich nichts, aber guck schon von wem Du da kaufst. Es sind ernsthaft z.B. gefälschte Möller-Automaten im Umlauf, die nur ein Schalter sind.
    FI hab ich auch schonmal extrem billig gekauft, die habe ich aber erstmal alle geprüft, ob die überhaupt funktionieren :rolleyes:
     
  9. #8 IT-ler, 21.02.2011
    Zuletzt bearbeitet: 21.02.2011
    IT-ler

    IT-ler Schlitzeklopfer

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Was nicht alles schon gefälscht wird...d.h. ich sollte dann alles vorher noch testen? Dann muss ich mal schaun wo ich son Metrawatt oder ein Fluke herbekomme. Das mit dem 6mm² erstaunt mich zwar etwas, aber ok, ich kanns nachvollziehen. Wie siehts mit dem Herd aus? Darf das 2,5mm² sein oder muss das jetzt auch schon 4mm² werden? Sichert man den Herd mittlerweile auch mit einem RCD ab? Dachte das macht man nicht oder höchstens einzeln...wegen den Kriechströmen bei den Heizgeräten...
    Wiedermal danke!
     
  10. #9 Jörg67, 21.02.2011
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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Hab mal schnell geguckt, 27kw ganz klar 6²

    2,5² für den Herd ist wunderbar

    Und die Möller, tja. Noch billiger gehts ja nicht mehr. Mach den link mal wieder weg, unser Forenchef verkauft selbst sone Sachen, kommt daher nicht so gut ;)

    Ich hab Bilder gesehen wo einer die gefälschten aufgemacht hat. Perfekt gefälscht, aber drinnen nur ein Draht. Der war so dünn, daß es evtl. noch als Schmelzsicherung durchgehen könnte :p


    Ach so, Herd muß nicht an den FI, da fest angeschlossen. DLE auch nicht.
    Ich sehe allerdings keinen Hinderungsgrund. Die hier und da berichteten Fehlauslösungen, ich hab sie noch nie erlebt. Auch bei elektronischen DLE nicht.
     
  11. IT-ler

    IT-ler Schlitzeklopfer

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    AW: Neuverdrahtung im Altbau

    Ok, 6mm² für den DLE geht klar. Gut das sich für den Herd nichts geändert hat.
    Wegen dem Material hoff ich einfach mal das das gutes Zeug ist ;-) Das der Forenchef das verkauft wusste ich nicht. Kann ja aber vlt. doch mal schreiben wie der Laden so war wenn ich das Material bestellt und bekommen habe.

    Ich hab festgestellt das ich mein Formelbuch nicht mehr habe. Aber darf ich davon ausgehen das ich das 16mm² später irgendwann auch mal Unterputz legen darf ohne das ich Spannungseinbußen zu verzeichnen habe?
    Das mit dem an der Außenwand war auch nur als letzter Ausweg gedacht...das ich da aber gleich auf 25mm² steigen muss lässt mich doch etwas staunen, aber danke Zelmani.

    Ob ich den DLE und den Herd an nen FI anschließe überlege ich mir noch..hängt von dem Platz ab den ich dafür noch in der kleinen UV übrig hab. Da fällt mir aber noch was ein..wie läuft das denn mit dem neuen Zähler? Rufe ich da einfach bei den Stadtwerken an und sage das ich jetzt alles neu verkabelt habe und jetzt einen Drehstromzähler brauche, und mir dann einer zur Verfügung gestellt wird den ich dann einbaue und dann nur noch von so nem Stadtwerke-Elektriker abnehmen lasse?

    Hier noch der versprochene Wohnungsplan:

    [​IMG]

    Und wie vorher auch "your response is much appreciated" :-)

    Thomas
     
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