Sat Anlage richtig geerdet?

Diskutiere Sat Anlage richtig geerdet? im Blitzschutz, Erdung, Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Hallo zusammen, ich wohne in einem Reihenhaus, welches 2013 fertiggestellt wurde. Auf dem Dach ist eine Sat Anlage, welche von einem Elektriker...

  1. #1 Bl8runnr, 13.08.2017
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    Hallo zusammen,

    ich wohne in einem Reihenhaus, welches 2013 fertiggestellt wurde.
    Auf dem Dach ist eine Sat Anlage, welche von einem Elektriker Fachbetrieb installiert wurde. Ich habe aber Zweifel an der fachgerechten Ausführung.

    Kürzlich wollte ich nun die Anlage um einen Multiswitch erweitern und habe mich deshalb etwas in das Thema eingelesen. Dabei bin ich immer wieder über das Thema Erdung und Potentialausgleich gestolpert. Ich habe mir deshalb die Anlage etwas genauer angesehen. An den Masten komme ich leider nicht ran, weil ich dafür das Dach ausdecken müsste. Mir fällt nur folgendes auf:

    Alle 4 Koaxkabel kommen vom LNB direkt in den Keller und wurden, ohne Potentialausgleichschiene, nur verbunden mit F-Stecker-Verbindern, zu den einzelnen Räumen geführt. Ein Gelb-Grünes Kabel wurde gemeinsam mit den 4 Koax Kabeln im Leerrohr verlegt. Ich gehe davon aus, dass dies der Potentialausgleich sein soll. Darf der im selben Leerrohr verlegt sein? Und müsste der nicht eine elektrisch leitende Verbindung zur Abschirmung des Koaxkabels haben? Mit einem Multimeter habe ich keine Verbindung feststellen können (gemessen zwischen F-Stecke-Gehäuse und Erdungsschiene). Ich fürchte es wurde vergessen, das Kabel anzuschließen.

    Der Elektrikerbetrieb ist dafür bekannt, auf Reklamationen nicht unbedingt kooperativ zu reagieren. Ich würde deshalb gerne zuerst ein paar Informationen sammeln bevor ich die kontaktiere, um dann bereits auf die Fehler hinzuweisen.

    Danke für eure Tipps!

    Grüße
    Jens
     
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  3. #2 Lötauge35, 13.08.2017
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  4. Zosse

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    4 Jahre später auf Mängel hinweisen? Eher zu spät dafür.
     
  5. #4 Bl8runnr, 13.08.2017
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 13.08.2017
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    Ja, das vermute ich. Im Keller ist jedenfalls keiner.
    Und der ist ja Vorschrift oder?

    Da bin ich nicht sicher. Ich bin ja kein Fachmann. Was wäre im Schadenfall, Blitzeinschlag, Haus brennt ab. Ist da der Elektriker als Fachmann nicht in der Haftung?
     
  6. Zosse

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    Ja, aber da gibt es Fristen der Verjährung.
     
  7. #6 Bl8runnr, 13.08.2017
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    Okay, man wird sich sicher einig.
    Aber was muss in jedem Fall gemacht werden?
     
  8. Zosse

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    Auf Mängel hinweisen. Warte bis "Dipol" da ist. Der ist Fachmann und führt dich zum Ziel.
     
    Bl8runnr gefällt das.
  9. #8 Dipol, 16.08.2017
    Zuletzt bearbeitet: 16.08.2017
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    Dipol Lüsterklemmer

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    Ein lückenloser PA ist noch wichtiger als eine möglichst niederimpedante Erdung. Die Schirme aller Kabeln und Leitungen aus Blitzschutzzone LPZ 0A sind primär nahe der Einführung ins Gebäude in den PA einzubeziehen. Bei erdungspflichtigen Dachantennen somit möglichst "mastnah" und Multischaltersternleitungen sind ebenfalls einzubeziehen.
    Da ist zwischen direkt geerdeten Antennen in LPZ 0A und solchen in LPZ 0B getrennter Fangstangen sowie passiven Schutzzonen von Fassaden gegen Direkteinschläge geschützten Ausführungen zu unterscheiden.

    Bei Schutz nach dem Stand der Technik über getrennte Fangeinrichtungen mit Außenableitung sind Dachsparrenhalter und Erdblock/Erdwinkel für den Kabel-PA über PA-Leiter min. 2,5 mm² Cu (geschützt) oder 4 mm² Cu (ungeschützt) zur geerdeten Haupterdungsschiene zu verlegen. PA-Leiter möglichst eng mit den Koaxleitungen, also auch im gleichen Rohr.

    Direkterdung ist suboptimal aber nach den Anerkannten Regeln der Technik (= Normminimum) weiterhin zulässig. Getrennte Fangstangen und deren Ableitungen müssen zwingend Trennungsabstände nach IEC 62305-3 einhalten. Wird der gleiche Erdungsleiter direkt am Dachsparrenhalter angeschlossen, darf er normativ wider alle Physik und Vernunft mit gefährlichen Näherungen zu Personen und anderen Leitungen innen verlegt werden. Lediglich wo Erdungsleiter berührbar sind, müssen sie in PVC-Rohr mit 3 mm Wandstärke verlegt sein.

    Um ein Notlösungskonzept zu entwickeln bitte zuerst den Querschnitt des grün-gelben Drahts ermitteln und Detailfotos der Leitungstrasse, von Komponenenten wie Multischalter oder Einkabelmatrix sowie der "nackten" HES ohne Abdeckung einstellen.
     
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  11. #9 Bl8runnr, 19.08.2017
    Bl8runnr

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    Servus Dipol und danke für deine Antwort!

    Der grün-gelbe Draht hat einen Querschnitt von 16 mm², ist aber kein Voll-Kupfer.
    Multischalter gibt es keinen, die Kabel sind alle im Keller mittels F-Stecker Verbindern verbunden. Keine Potentialausgleichsschiene o.ä.
     

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  12. #10 Dipol, 20.08.2017
    Zuletzt bearbeitet: 20.08.2017
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    Vollkupfer schon, aber kein Massivdraht. ;)

    Somit ist das entweder ein zulässiger mehrdrähtiger Leiter mit 7 Adern à 1,7 mm oder ein für Antennenerdung wegen der Korrosionsgefahr unzulässiger Feindrahtleiter. Für feindrähtige Leiter gibt es auch keine nach Prüfnorm Klasse H = 100 kA zertifizierten Verbinder.

    Im KATHREIN-Katalog 2016/2017 wird den Erdungsbauteilen und auch dem Dachsparrenhalter angebliche Blitzstromtragfähigkeit 100 kA nach DIN VDE 0855-300 bescheinigt. Der Nonsens wurde nach heftigen Interventionen mittlerweile online beseitigt. In der DIN VDE 0855-300 für Funksende-/empfangsantennen kommen die Worte Blitzstromtragfähigkeit und die Klassifizierungen N oder H überhaupt nicht vor. Beim größten Antennenhersteller hätte das jemand selbst auffallen müssen.
    • Deine HES ist wie zumeist nur für Starkstrom-PA ausgelegt und hat keine Klasse H-Zertifizierung. Die kann dein Eli aber relativ einfach gegen eine mit blitzstromtragfähigen Zugklemmen auswechseln. Wer nicht weiß, dass er Bauteile mit Klasse H schuldet, wird die Sinnhaftigkeit kaum einsehen.
    • Die Klemmen von Dachsparrenhaltern mögen besser als die nur für nicht blitzstromtragfähigen PA konzipierten Banderdungsschellen sein, sind aber auch mit leichter fixierbarem Einzelmassivdraht von fraglicher Belastbarkeit. Zudem sollten Erdungsleiter ausschließlich mit Klasse H-Schellen am Standrohr angeschlossen werden, damit Blitzströme nicht über den gezahnten Übergang mit weniger als 10 cm² Kontaktfläche fließen müssen. Wenn der Erdungsleiter zu kurz ist, muss er mit einem für die Drahtart zertifizierten Verbinder (z. B. DEHN 306 100) verlängert werden.
    • Auch bei KATHREIN CAS-Antennen mit galvanisch verbundenen UAS-LNB ist ein PA an der Schnittstelle LPZ 0A/LPZ 1 auszuführen. Bei dieser Kombination sind Lichtbogenüberschläge zwischen Mast und Antennenleitungen zwar unwahrscheinlich, aber das Problem, dass beim LNB-Wechsel worst case ein Unfall passieren kann, bleibt.
    • Bei innen ohne Trennungsabstand mit den Koaxleitungen durchgeführten Erdungsleitern ist es sinnvoll im Keller mit Erdungswinkel einen zweiten PA herzustellen.
    Den Blitzeinleiter wird man nur los, wenn die Antenne nachträglich mit einer getrennten Fangstange und Außenableitung geschützt wird. Wenn der 50 mm² Blitzableiterdraht an der dafür vorgesehenen stabilen Klemme der HES angeschlossen wird, würde ich die auch ohne Zertifizierung akzeptieren, denn die Verbindung zur Anschlussfahne aus Bandeisen hält mit hoher Wahrscheinlichkeit auch 100 kA aus.

    In dem Fall kann auch ein mehr- oder sogar feindrähtiger 16 mm² Cu als überdimensionierter PA-Leiter an der nicht zertifizierten Klemme des Dachsparrenhalters angeschlossen bleiben. Dann fehlt nur der mastnahe PA der Kabelschirme.

    So sehr wie das Thema blitzstromtragfähiger Verbinder für Antennenerdungen im argen liegt, werde ich dazu mal einige Folien in einem eigenen Thread einstellen. Vorab zum Thema Kostproben:

    Folie36.jpg Folie37.JPG Folie39.jpg
     
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