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Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

Diskutiere Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand im Sonstiges Forum im Bereich OFF TOPIC; Hallo, lebe schon 8 Jahre in Thailand und es wird mich hier wohl auch irgendwann der Schlag treffen Habe hier schon viel gelesen und insbesondere...

  1. #1 siamfan, 18.06.2011
    siamfan

    siamfan Schlitzeklopfer

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    Hallo, lebe schon 8 Jahre in Thailand und es wird mich hier wohl auch irgendwann der Schlag treffen
    Habe hier schon viel gelesen und insbesondere hier:
    http://www.elektrikforen.de/benutzereigene-beitr-ge/1873-spannungsfall.html
    ... auch schon viele Antworten gefunden.
    In Thailand sitzt der Zaehler an einem Strommast im Buergersteig. Jeder Hauseigentuemer ist selbst fuer den Anschluss an den ersten Hauptverteiler verantwortlich.
    Die ueberwiegende Mehrheit macht dies mit einem 10 mm² Alu-Kabel (63A; 220 V), dabei finden Verlegeart und Laenge keine Beruecksichtigung.
    Wenn man dann noch weiss, wie abenteuerlich die Kombination von Verlängerungsleitungen/Steckdosen sind, eruebrigt sich eigentlich jede Berechnung .
    In Wohngebieten treten meist abends Spannungsabfaelle auf, wodurch sich einzelne Geraetearten nacheinander "abmelden".
    Meine Verstaendnisfragen:
    1.Macht sich der Spannungsabfall beim Hausanschluss, oder eine Verbesserung dazu, auch in der "Strom"rechnung bemerkbar?
    2.Haben diese "beiden" Spannungsabfaelle etwas miteinander zu tun?
    3.Koennte ein Starkstromanschluss (380 V) eine Verbesserung bringen.

    Hoffe, ihr koennt mir weiterhelfen. Egal wie, vielen Dank schon mal!:)
     
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  3. #2 Zelmani, 18.06.2011
    Zelmani

    Zelmani Lüsterklemmer

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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Hallo Siamfan,

    Ja und nein. Die Verlustleistung einer Leitung berechnet sich aus dem Quadrat des Stroms multipliziert mit dem Widerstand der Leitung. Rechnen wir als Gesamtwiderstand der Leitung hinter dem Hausanschluss mal realistisch mit 1Ohm. Wenn zu Grundlastzeiten in einem normalen Haushalt 5A fließen, ergibt das eine Verlustleistung von 5*5*1=25W. Macht pro Tag immerhin 0,6kWh Verlustleistung bei Grundlast. Kommt noch 1 Stunde Spitzenlast mit 25A dazu (25*25*1=625W) verdoppelt sich das ganze auf 1,25kWh pro Tag!

    Nun ist es aber so, dass durch den Leitungsverlust auch die Spannung am Verbraucher absinkt. Wird der Widerstand der Leitung abgesenkt, nimmt die Spannung am Verbraucher zu und ohmsche Lasten wie z.B. ein Herd, ein Bügeleisen oder eine Glühlampe genehmigen sich dann einfach ein paar Watt mehr. Die eingesparte Verlustleitung geht also in Teilen dadurch wieder flöten, dass das Licht nun ein bisschen heller scheint und die Herdplatte ein bisschen heißer wird... Dann ist es allerdings Wirkleistung, und die zahlt man ja in der Regel bereitwilliger als Verlustleistung...

    Hinzu kommt noch, dass der Widerstand dort am größten ist, wo die Leitungen am dünnsten sind - in den Endstromkreisen. Wenn Du nun den Querschnitt der Zuleitung zum Haus von 10mm² auf 16mm² erhöhst, erniedrigt sich der Widerstand um ca. 0,0007Ohm pro Meter (bei einem Kupferleiter). Das ändert am Spannungsfall (abhängig natürlich von der Länge der Leitung) weniger, als z.B. eine Querschnittserhöhung der Endstromkreise von 1,5 auf 2,5mm².

    Auch wieder Ja und Nein. Das eine ist eine Überlastung des Stromnetzes zu Spitzenlastzeiten, auch "Brown-Out" genannt (quasi als Vorstufe zum Black-Out). Das kann daran liegen, dass entweder zuwenig Energie eingespeist wird oder aber wie beim oben betrachteten Spannungsfall die Übertragungsverluste im Netz zu hoch sind.

    Je größer der Spannungsfall durch unterdimensionierte Leitungen bei Dir zuhause ist, desto stärker bist Du natürlich auch von Engpässen bei Energieversorger und Netzbetreiber betroffen.

    Ich wüsste nicht wie. Außer es herrscht abends regelmäßig extreme Schieflast bei Euch und es bricht immer nur eine der drei Phasen stark ein. Das glaube ich allerdings nicht.

    Schöne Grüße,
    Bernd
     
  4. #3 siamfan, 18.06.2011
    siamfan

    siamfan Schlitzeklopfer

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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Hallo Bernd,
    danke fuer die umfangreiche und gute Erklaerung!

    Hatte mir insbesondere etwas mehr Einsparung erhofft, waere die Ueberzeugungsarbeit bei den Nachbarn einfacher (aber dafuer kanst du ja nichts.
    Ich schaue gleich noch mal rein.
    Bis dann.
     
  5. #4 siamfan, 18.06.2011
    siamfan

    siamfan Schlitzeklopfer

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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Bei mir klemmt es immer noch mit der Verbesserung des Spannungsfalls durch geringere Absicherung. Von der Formel her ist das klar, aber warum es auch praktisch funktioniert, verstehe ich nicht.
    Haenge mal ein Bild von meinem Sicherungskasten rein:
    aaa03466.jpg
    Ganz links ist eine Hauptsicherung (?) 63 A. Danach kommt eine 32 A Sicherung (ausgeschaltet, fuer nicht benutzte Air-Condition), dann noch 2x20A und 3x15A (Durchlauferhitzer Bad, Licht, Steckdosen).
    Eine kleine Verbesserung (so denke ich seit heute) habe ich bereits verwirklicht, weil ich mit der Sicherung die Leitung zum Aircon "gekappt" habe.
    Der Hauptbrocken wird aber wohl diese Hauptsicherung sein, die in die Berechnung des Kabels zum Zaehler eingeht.

    Stimmt das denn, wenn ich sage, das Stueck Kabel vom Sicherungskasten zum Zaehler ist mit dieser Hauptsicherung abgesichert? Geht das von einer Sicherung in beide Richtungen oder ist das nur "hinter" der Sicherung?:confused:
     
  6. #5 Zelmani, 20.06.2011
    Zelmani

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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Da der Spannungsfall mit dem Strom zunimmt, kannst Du den Spannungsfall natürlich dadurch begrenzen, dass Du über eine kleinere Sicherung den Strom begrenzt. Wenn Probleme mit einem zu hohen Spannungsfall auftreten, ist das allerdings natürlich meist keine befriedigende Lösung, da dann die Sicherung den Stromkreis kurzerhand abschaltet und die benötigte Leistung halt gar nicht mehr abgerufen werden kann. Anders gesagt: Der Spannungsfall in einer gegebenen Leitung bei einem Strom von 6A ist immer gleich groß, egal, ob da nun eine 6, 10 oder 16A Sicherung am Anfang des Stromkreises sitzt...

    Das könnte auch ein Hauptschalter sein (ohne Überstromschutzfunktion). Eine Hauptsicherung an dieser Stelle würdest Du zumindest in Deutschland nicht finden. Einen Sicherung soll sich immer am Anfang der Leitung befinden, die sie schützt, nicht am Ende (vom Trafo her gesehen). Trotzdem ist eine Sicherung am Ende der Leitung immer noch besser als gar keine.

    Wenn die Klimaanlage ohnehin nie in Betrieb ist, sehe ich nicht, wie sich dadurch jetzt eine Veränderung ergeben haben soll !?

    Auch hier ist mir nicht ganz klar, was Du meinst :confused:

    Schöne Grüße,
    Bernd
     
  7. #6 siamfan, 22.06.2011
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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Danke Bernd!
    Ich schaue mir mal den Sicherungskasten von"innen" an. Vielleicht sehe ich , wo das Kabel vom Zaehler (Strasse) draufgeht.
    Hier (Thailand) ist nur gerade viel los (Wahlen). Stehe auch irgendwo gerade auf der Leitung. Komme in 1-2 Tage darauf zurueck.
    Gruss!
     
  8. #7 Zelmani, 22.06.2011
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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Manchmal hilft ein kleines Experiment, um den Spannungsfall besser zu verstehen. Wenn Du ein Multimeter hast, nimm mal eine Steckdosenleiste und einen größeren Verbraucher, z.B. einen Wasserkocher mit 2000W. Steck den Wasserkocher in die Steckdosenleiste (alle anderen Stecker ggf. vorher aus der Leiste abziehen), und miss die Spannung bei ausgeschaltetem Kocher am benachbarten Steckplatz der Leiste. Dann schalte den Wasserkocher ein, und miss die Spannung erneut. Du wirst feststellen, dass durch den Wasserkocher die Spannung um ca. 5V (plus minus 2-3V) einbricht. Danach nimm einen Verbraucher mit etwa halber Wattzahl (z.B. einen Toaster) und wiederhole das Experiment. Was misst Du jetzt? Kannst dann ja berichten, was dabei rausgekommen ist...

    Schöne Grüße,
    Bernd
     
  9. #8 siamfan, 04.07.2011
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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Danke, fuer die Ergaenzung!

    Das mit der/den Sicherungen hatte ich schon so verstanden, dass ich damit eigentlich den groesstmoeglichen(!) Spannungsfall errechnen kann. Der sollte in D 3%(?4%) nicht ueberschreiten.
    Ansonsten geht es dann um den tatsaechlichen (IST) Spannungsfall, der sich abhaengig von der Geraetenutzung aendern kann.

    In Thailand gibt es in einem Einfamilienhaus keine "Etagen"-, "Zimmer-"Unterverteiler. Es gehen also alle Kabel vom Sicherungskasten direkt am die Endstellen (Licht, Steckdose, Klimaanlage, ...)
    Wie ueberall gibt es dann zu wenig Steckdosen.
    Hier werden dann Steckdosen"leisten" mit Verlaengerungsschnueren eingesetzt.
    Es gab hier welche im Angebot, wobei zwischen einem 5 m Kabel und einem 10 m Kabel (2x 1 mm²)m gerademal 10 % Preisaufschlag lag.
    Meine Frau hat dann teilweise mit noch vollaufgewickelter Schnur bis zu 3 dieser Teile in Reihe hintereinander "geschaltet" und entsprechend mit Geraeten bestueckt.

    Ich habe ausserdem ein ummauertes Grundstueck, wo ich mir vor kurzem einen "Baustromzaehler" habe setzen lassen.
    2x16 mm², 50 Meter reichten nicht zu dem Punkt, wo spaeter mal der Sicherungskasten im Haus sitzen soll (vermutlich 80 m).

    Nur mal zum Verstaendis: Muss man als Hausbesitzer in Deutschland dann mehrbezahlen? Legt der Stromversorger dann ein dickeres Kabel (Alu/Cu)?

    Was ich halt immer noch nicht gerafft habe:
    In D darf der moegliche Spannungsabfall bis zum Hauptanschluss/Zaehler nur 3%(?4%) betragen.
    In TH sitzt der Zaehler im Buergersteig an einem Strommasten. Das heisst, bei mir kommen nochmal etwa 80 m dazu. Ist dann ein hoeherer Wert vertretbar oder muss ich mir ein "armdickes" Kupferkabel legen?
     
  10. #9 Zelmani, 04.07.2011
    Zelmani

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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    In Deutschland gelten 3% vom Zähler bis zum Verbraucher. Bei einer Entfernung von 80m zwischen Zähler und Hauptverteilung und einer Hauptsicherung von 63A würde ich schon für mindestens 35mm² Alu plädieren, besser noch 50mm². Bei 35mm² bleibt immerhin noch ein Spannungsfall von (2 * 80m * 63A) / (36,59m/(Ω·mm²) * 35mm²) = 7,871V bestehen, wenn Du die Leitung voll auslastet, und der Spannungsfall in den Endstromkreisen kommt ja noch oben drauf! (36,59m/Ωmm² ist der Leitwert von Alu, 56,18m/Ωmm² wäre es für Kupfer). Kannst ja selbst mal ein bisschen mit verschiedenen Querschnitten durchrechnen...
     
  11. bigdie

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    AW: Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand

    Das wird in DE deshalb verlangt, weil die Energie, die du bezahlst möglichst in den Geräten und nicht in der Leitung verbraten werden soll. Ich denke mal in T wird das keinen interessieren und es ist letztlich dein Bier, ob du bei voller Belastung 3, 5 oder auch mehr Spannungsfall tolerierst,weil du einerseits die im Kabel verheizte Energie bezahlen musst und natürlich auch damit leben musst, das bei Vollast die Spannung sinkt.
     
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Spannungs(ab)fall: Besonderheiten in Thailand