Vorsicherung der UV (Zählerschrank oder auch in UV)?

Diskutiere Vorsicherung der UV (Zählerschrank oder auch in UV)? im Grundlagen der Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Hallo Elektrik-Lieberhaber und Profis, ich bin über Google auf dieses tolle Forum gekommen als ich mich (notgedrungen und aus Unsicherheit)...

  1. #1 häuslebauer77, 24.08.2018
    häuslebauer77

    häuslebauer77 Schlitzeklopfer

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    Hallo Elektrik-Lieberhaber und Profis,

    ich bin über Google auf dieses tolle Forum gekommen als ich mich (notgedrungen und aus Unsicherheit) verstärkt mit der Materie auseinandergesetzt habe.
    Ein beauftragter kleiner Betrieb wird Arbeiten in meinem Haus (Einfamilienhaus mit zwei Wohneinheiten) vornehmen, die bisherigen Gespräche empfand ich als sehr gut und hatte eigentlich auch ein gutes Gefühl.
    Ein Bekannter von meinem Vater (kein Elektriker aber hat schon viele Häuser umgebaut) hat mich mit seinen Kommentaren nun starkt verunsichert und nun kann ich überhaupt nicht beurteilen ob nun "gute Arbeit" geplant ist oder nicht. Daher habe ich den Gesellen (der Chef ist wohl Meister) darum gebeten mir einige Details zu erläutern und aufzuklären was denn alles gemacht wird.

    Nun habe ich die letzten zwei Tage Stunden im Netz verbracht und etliche Begriffe wie HAK, NH, NYM und UV gelernt :biggrin: (was ein FI ist wußte ich schon vorher :wink:)

    Ich fasse kurz zusammen wie es jetzt aussieht:
    Im HAK gibt es drei 63a NH "Sicherungen" (aber blau und grün/gelb ist auch vorhanden). Dann geht ein ca. 40cm langes 5x10mm² NYM hoch in den Zählerschrank. Dort dann mit Leitungen (Adern?) (ich vermute auch 10mm² weiß es nicht genau) zum Zähler.
    Vom Zähler geht es zu einem "Verbindungsblock" (?)

    Von dort läuft dann ein 5x10mm² NYM Kabel zu Wohnung1 (ca. 9m lang, läuft über den Dachboden der mal gedämmt werden soll).
    In Wohnung1 UV gibt es jetzt einen 63a Hauptschalter, einen Zwischenzähler und dann kommt ein 40a FI und dann die Sicherungen ähhh pardon, wie ich jetzt weiß "Leitungsschutzschalter"

    Für Wohnung 2 wurde jetzt auch ein 5x10mm² gezogen (eher 10-11m lang).
    Der Plan innen in der UV war dann gleich, nur zwei FIs statt einem.

    ---

    So, wo fange ich bloß an. Also der Bekannte meinte als erstes, dass die 5x10 zu "dünn" sind für 63a.
    Ich habe dann versucht nachzulesen und so wie es aussieht klappt es wohl unter optimalen Bedingungen bei kurzer Leitung aber hier wohl eher nicht (weil möglicherweise in Dämmung liegend).
    Er meinte "16mm² oder kleinere Vorsicherung" ... "ich glaube ich habe gar keine Vorsicherung...?" ... "bitte?!"

    Also meint er noch, dass vor der UV im Zählerschrank dann eine 35a Vorsicherung müßte (quasi diese alten Sicherungen die kaputtgehen bei Benutzung?!).

    ---

    Habe den Betrieb damit konfrontiert und die sagten, dass ich es ja günstig haben wollte (gemeint waren hier aber mehr, dass ich keine Extras wie schaltbare Steckdosen etc. haben möchte)... Nur ich will es ja sicher haben! "Wie wollen Sie denn 63a verbrauchen in der Wohnung (80qm) ohne Durchlauferhitzer und Heizung per Strom?"
    Vielleicht hat er recht aber ich bat um Nachbesserung.

    Nun wollen Sie direkt vor dem Hauptzähler einen "50a SLS" verbauen (was auch immer das mir bringt?) und dann nicht im Zählerschrank sondern direkt in der UV "35a NEOZED" verbauen (danach dann den Hauptschalter).

    Macht das Sinn oder ist das Murks? Hatte vorher viel vertrauen weil sonstige Installationsarbeiten zu meiner Zufriedenheit erstellt wurden. Aber ich möchte nicht, dass mir die Bude abfackelt oder was auch immer.

    Grundsätzlich klingen 3x35a mehr als ausreichend für eine 80qm Wohnung denke ich.

    Vielen lieben Dank für jede Art von Hinweisen/Tipps
    Ein schönes Wochenende wünscht der Häuslebauer
     
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  3. #2 Strippe-HH, 24.08.2018
    Strippe-HH

    Strippe-HH Freiluftschalter

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    Bei einem Zweifamilienhaus, wäre es besser gleich von vorne herein zwei Zählerplätze im Zählerschrank vorzusehen und jede Wohnung mit einem 5x10mm² zu versorgen und diese jeweils mit einem SLS 3x50A im ZS.abzusichern. So hat man die Möglichkeit die eine Wohnung später mal vermieten zu können und der Mieter hätte dann seinen eigenen Zähler.
    Aber auch dann wenn du beide Einheiten für dich nutzt, ist die Möglichkeit gegeben beide Zuleitungen in der Abgangsklemme um OAR. des Zählerschranks gemeinsam anzuschließen und mit nur einen Zähler zu versorgen und der andere Platz bleibt frei.
    Das hat den Vorteil, dass man nicht wieder unnötigen Aufwand betreiben muss, sollten beide Wohneinheiten später mal getrennt werden.
    Und dann kann man auch bedenkenlos später eine weitere Küche mit allen E-Geräten dort betreiben was bei einer Einzelanlage mit Zwischenzähler nicht so einfach möglich wäre.
     
  4. #3 Kaffeeruler, 24.08.2018
    Kaffeeruler

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    Wir hatten wohl den selben Lehrer
    Haste 10² gehts bis max 50Ampere, willst du 63Ampere muss min ein 16² her

    Das war die Faustregel die man dann anhand der Tabellen , Rechnung und Messung überprüft hat.
    Ich hätte auch gleich 16mm2 gelegt, mit der Dämmung endet 10mm² NYM wenn ich mich net irre bereits unter 50A in den Tabellen

    den Rest kann ich @Strippe-HH nur zustimmen

    2 Vorsicherung für jede Whng, evtl noch einen Hauptschalter in die Verteiler in die Whng je nach Örtlichkeiten und Zugänglichkeit der Zähler

    SLS kann man sich drüber streiten und die 35A Vorsicherungen reichen i.d.r locker aus

    Mfg Dierk
     
  5. ego

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    Wenn die vorhandene Zähleranlage beibehalten wird (unabhängig davon, das ich bei einer Vermieteten Wohnung grundsätzlich einen eigen Zähler des stromversorgers vorsehen würde!) reicht es, über dem Zähler für jedes 5x10 einen Neozedlastrennschalter mit 35A Sicherungen einzubauen.

    Wird der Schrank erneuert, dann mit jeweils max. 50A SLS vor dem Zähler, hier reichen allerding auch 35A.
    Vorsicherung in der Wohnung ist Unfug, solange nicht mehr als 12 LS B16 an die 2 FI kommen. Wenn ja, stattdessen drei FI einplanen. Aber natürlich nur dann wenn vorher 50A verbaut werden.
     
  6. #5 häuslebauer77, 24.08.2018
    häuslebauer77

    häuslebauer77 Schlitzeklopfer

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    Vielen Dank für die schnellen Antworten :-)

    Es handelt sich um ein sehr altes Haus, der HAK ist direkt im Flur der einen Wohnung, neben ihm sind Türen und an der Stelle ist nur Platz für einen "1er" Zählerschrank.
    Man hätte sicherlich von Anfang an der Sanierung überlegen können diesen verlegen zu lassen aber nun ist es halt so.

    Die zweite Wohnung wird familiär genutzt, es wird ein geeichter Zähler in die UV gebaut, mir ist klar dass der "Weiterverkauf" von Strom nicht unbedingt legal ist aber ich denke innerhalb der Familie muß man das nicht so eng sehen.

    Wenn ich euch richtig verstehe dann ist gegen das 5x10mm² Kabel nichts einzuwenden unter gewissen Umständen (d.h. ich muß es nicht austauschen lassen).
    Wie ich aus Tabellen rauslese ist das 5x10 in Dämmung (momentan noch nicht da aber irgendwann wohl) nur für paarundvierzig Ampere geeignet.
    Aber wenn ich dann die Leitungen wie gesagt mit 35a Vorsicherungen schützen lasse muß ich mir keine Sorgen machen.

    ---

    Ich habe jetzt weiter gegoogled (OAR und Neozedlastrennschalter z.B. :)) und wenn ich es so sehe ist der Aufbau Zählerschrank so gemeint:

    UAR: SLS 50a einbauen lassen
    OAR: 2x Neozedlastrennschalter mit 3x35a

    Fragen:
    Ist der SLS optional zu sehen oder hat man echt einen Nutzen dadurch? (An den 100+ EUR dafür soll es nicht scheitern, ich verstehe dieses "Selektivität" leider nicht so genau)

    Ist das 5x10mm² vom HAK zum Zählerschrank OK? (weil es so kurz ist?)

    In der UV dann einfach ein Hauptschalter 63a vorm Zwischenzähler? (da es vorher mit 35a abgesichert ist, macht es nix dass es ein 63a Schalter ist oder?)

    Ein Neozedlastrennschalter ist wie z.B. so ein 3-poliger B16 beim Herd oder? Also wenn eine Phase "knallt" dann gehen alle aus - und dazu kann man dort Neozod Drehsicherungen reinschrauben?


    Vielen Dank für die bisherigen Kommentare/Tipps, ich weiß das sehr zu schätzen.
    Bei anderen Baubereichen kann ich gut selbst was tun oder die Arbeit prüfen aber beim Strom wird mir Angst und Bange... zwar wollte mir der Geselle versichern, dass das alles auch so klappt weil "machen wir immer so" :eek:
    Aber wie gesagt die bisherigen Arbeiten/Erweiterungen wurden sonst immer genau wie besprochen umgesetzt und auch sauber kommuniziert. Nur als Laie steckt man halt nicht drinnen was da so abläuft.

    Viele Grüße und eine schönes Wochenende
    der Häuslebauer
     
  7. #6 Kaffeeruler, 24.08.2018
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    Höhöhö.. 3 antworten 10 Meinungen

    Meine Meinung, je nach Anlage ein großes + aber viele werden ihn wohl nie wirklich in Aktion sehen

    Aber bei neuen Anlagen Pflicht, wie auch Überspannungsschutz

    Ich würde es so belassen bis man dann später mal den Zählerschrank anpacken muss weil der HAK im Flur regional auch schon angemäkelt wird wie auch der Zähler


    Ist egal

    Nein, bei dem Lasttrennschalter löst trotzdem nur eine Sicherung aus... Aber einfacher zu Handhaben als mit Schraubkappen vom Neozedlelement
    Allpolige Auslösung bei einer Vorsicherung einer Verteilung wäre auch unklug.. dann ist alles Aus ;)
    Das brauch ich nur wenn ich Geräte und Anlagen speziell schützen muss wie z.B Motoren
    Selbst beim E-Herd wären 3 einzelne Sicherungen Konform, 3polig ist natürlich besser weil Laien i.d.r auch am anschluss herum fummeln

    Für den einen ein Qualitätsmerkmal, für den anderen ein Zeichen zu gehen :D

    Wenn du noch ne Messung nach VDE drauf legst dann könnte man sich da einigen ;)
    Ohne Messungen ist vieles nur Theorie wobei bei den meisten Firmen neben dem Machen wir immer so auch ein Brauchen wir nicht oder kostet Extra kommt obwohl es Pflicht ist ( u kostenlos) wie auch ne anständige Doku und Beschriftung Im Verteiler die nicht aus Pappe, Butterbrotpapier od I-Band besteht

    Mfg Dierk
     
  8. ego

    ego Niederspannungswandler

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    Nein, einen SLS braucht es nicht. (Wenn dieser nicht schon damal bei errichtung des Zählerschrankes gefordert gewesen währe)
     
  9. #8 häuslebauer77, 26.08.2018
    häuslebauer77

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    Vielen Dank für die Erklärungen Dierk, das hilft mir sehr viel weiter!
    Natürlich kommt man sich schon komisch vor als Kunde dem "Profi" derartige Wünsche mitzuteilen aber "Machen wir immer so" ist halt echt blöd...
    Also wenn da gar nix berechnet wird bzgl. der Leitungen.
    Eine Messung nach VDE (ist das dann ein "E-Check"?) werde ich auf jeden Fall wünschen.

    Vielleicht war der 50a SLS ja auch als Leitungsschutz gedacht von der Firma.
    Denn ich habe hier jetzt in Foren auch mehrfach gesehen, dass 63a SLS verbaut wurden (bei 63a NH Sicherungen).

    Wenn die Zuleitungen zu den UVs dann mit 35a abgesichert sind macht es dann mehr Sinn gleich ein 63a SLS zu nehmen?

    Ich bin mal gespannt was der Betrieb nächste Woche dazu so sagt :biggrin:

    Schönen Sonntag noch
     
  10. #9 Kaffeeruler, 26.08.2018
    Kaffeeruler

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    Ja, wobei der E-Check ein Markenprodukt ist vom Verband. Wenn die also nur nach VDE 0100-600 geprüft haben ist dies nichts anderes.. Nur preiswerter für den Betrieb weil sie sonst an den verband Kohle abdrücken müssen

    Mfg Dierk
     
  11. #10 häuslebauer77, 27.08.2018
    häuslebauer77

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    So, jetzt konnte ich heute dann auch direkt mit dem Meister (Inhaber) vom Betrieb statt mit dem Gesellen sprechen.

    Er hielt den Neozedlastrennschalter für eine unnötige Ausgabe ("da man dort als Laie eh nicht rangehen sollte") aber verbaut es mir natürlich wenn gewünscht.
    Zum SLS hat er gesagt, dass die 63a (statt 50a) nur 3 EUR mehr kosten würde und er daher dazu raten würde. Damit wäre man dann für die Zukunft gerüstet und bräuchte ihn nicht mehr ändern (außer der Hausanschluß wird angepackt - was ich nicht glaube). Laut ihm ist dieser selektiv zu den NHs.
    Eine Messung würde er nach Ersteinrichtung so wie so machen (allerdings kein E-Check), Daten dazu (ich schätze Messwerte?) würde ich danach eh erhalten.

    D.h. es würde dann so aussehen:


    HAK 3x63a NH -> 3x SLS 63a -> Zähler ->
    -> 3x Lastrennschalter 35a -> UV1
    -> 3x Lastrennschalter 35a -> UV2

    SLS wäre von Hager, Lasttrennschalter von Siemens (genaue Nr. konnte er mir jetzt nicht nennen).

    Klingt das gut soweit?
     
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Vorsicherung der UV (Zählerschrank oder auch in UV)?

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