Antennenmast für SAT-Anlage: Direkter Anschluss am Fundamenterder

Diskutiere Antennenmast für SAT-Anlage: Direkter Anschluss am Fundamenterder im Antennentechnik Forum im Bereich GEBÄUDE- UND HAUSTECHNIK; Hallo, ich habe ein paar Fragen zur Erdung einer auf dem Dach montierten SAT-Anlage. Das Haus hat keinen äußeren Blitzschutz. Ist es generell...

  1. retsyo

    retsyo Neues Mitglied

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    Hallo,

    ich habe ein paar Fragen zur Erdung einer auf dem Dach montierten SAT-Anlage. Das Haus hat keinen äußeren Blitzschutz.
    • Ist es generell zulässig den Mast direkt an einer außenliegenden Anschlussfahne (V4A RD10) des Ringerders anzuschließen? Sollte die Anschlussfahne mittels V4A RD10 bis auf das Dach zum Mast verlängert werden oder kann für die Strecke Anschlussfahne -> Dach auch das (verlötete) Zinkblech-Fallrohr verwendet werden und auf dem Dach mittels V4A RD10 zum Mast verlängert werden?
    • Der Multischalter soll sich im Keller befinden. Für den Potentialausgleich wird ein 4mm^2 Kupferleiter zu einer Potentialausgleichschiene in den Keller gelegt. Ist es erlaubt/erforderlich/sinnvoll die Potentialausgleichsschiene der SAT-Anlage zusätzlich mit der Haupterdungsschiene im Keller zu verbinden?
    Vielen Dank.
    Robert
     
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  3. #2 Dipol, 21.05.2018
    Zuletzt bearbeitet: 22.05.2018
    Dipol

    Dipol Hülsenpresser

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    Hallo Robert, Willkommen im Forum!

    Generell nicht, aber bei normkonformer Ausführung der Erdungsanlage: JA!

    Bei weniger als 3 Ableitungen von Blitzschutzsystemen und somit auch nur einem Erdungsleiter müssen die Verbinder für die Leiter nach Prüfnorm Klasse H = 100 kA blitzstromtragfähig sein. Sollte deine Erdungsanlage zu den Ausnahmen gehören, welche nicht wie meist entgegen DIN 18014 normwidrig vom Maurer, sondern von einer Elektrofachkraft verlegt und dokumentiert wurde, müssen alle Anschlussfahnen nicht nur am RE angeschlossen sondern auch über einen Funktionspotenzialausgleichsleiter in bewehrter Bodenplatte mit der HES verbunden sein, womit es keine Einwände gäbe.
    NIRO in V4A ist außerhalb des Erdreichs pure Verschwendung, aber V4A wie auch V2A haben den Nachteil schlechter Leitfähigkeit, also NEIN. Hart verlötete Fallrohre darf man als Leiterersatz verwenden, aber jede unnötige Schnittstelle - außer Trennstellen für Messungen der Erdungsanlagen - ist eine zuviel. Bei einem Fallrohr aus Zinkblech bietet sich ein am Rohr angeschmiegter ungeschnittener Draht aus St/tZn oder Alu-Knetlegierung mit Anschluss der Dachrinne und dem Fußpunkt des Fallrohres wie bei Blitzschutzanlagen an.
    Bis zum Inkrafttreten der aktuellen DIN EN 60728-11:2017-10 wurde die Schutzphilosphie mit "schleifenfreiem" PA präferiert, damit induktive Blitzstromeinkopplungen aus Naheinschlägen unterbleiben. Danach waren auch im UG direkt neben der HES angebrachte Multischalter ausschließlich mit min 2,5 mm² Cu (geschützte Verlegung) bzw. 4 mm² Cu (ungeschützt) am geerdeten Antennenträger anzuklemmen.

    Mittlerweile trägt man im IEC der Tatsache Rechnung, dass kaum jemand noch bei Gewitter seine Endgeräte aussteckt, die Schleife somit geschlossen bleibt und in Kombination direkt geerdeter Dachantennen mit einem BK- oder dem TELEKOM-Netz ein schleifenfreier PA nicht mehr möglich war.

    Wer löblicherweise seine Antennenerdung mit Blitzschutzverstand nicht als Blitzeinleiter sondern ohne gefährliche Näherungen außen verlegt, muss auch innen möglichst abstandslos zu den LNB-Leitungen einen PA-Leiter verlegen und den am geerdeten Antennenträger und der HES anklemmen, nur so ist es aktuell normkonform. Wo das normkonform ausgeführt wird, sollte man exponiert angebrachte Sat.-Antennen mit überschaubarem Mehraufwand gleich durch eine getrennte Fangstange nach dem Stand der Technik bestmöglich gegen Direkteinschläge wappnen und nicht mehr nur suboptimal direkt erden.
     
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