SAT-Anlage: Erdung, Potenzialausgleich

Diskutiere SAT-Anlage: Erdung, Potenzialausgleich im Blitzschutz, Erdung, Potentialausgleich Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; @ Dipol: Erst einmal vielen Dank für Deine Hilfe in diversen Foren. Du hast mir sehr dabei geholfen, dass mein Fundamenterder und Ringerder...

  1. #1 face2face, 24.10.2018
    Zuletzt bearbeitet: 25.10.2018
    face2face

    face2face Neues Mitglied

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    @ Dipol: Erst einmal vielen Dank für Deine Hilfe in diversen Foren. Du hast mir sehr dabei geholfen, dass mein Fundamenterder und Ringerder korrekt installiert wurde.

    Heute habe ich eine Frage zum Thema Erdung/Potenzialausgleich einer SAT-Anlage. Ich habe viele Infos gefunden, doch mangels Grundlagenwissen fällt es mir schwer dies auf meinen Anwendungsfall zu übertragen. Dies hier soll nur eine erste Hilfe sein, da ich ggf. die Erdung kurzfristig einbauen lassen muss. Selbstverständlich wird dies ein Elektrofachbetrieb machen – ich hoffe durch einen Blitzschutzfachkraft.

    Ausgangssituation:
    Ich baue ein zweigeschössiges EFH mit Flachdach. Auf das Flachdach soll eine SAT-Schüssel kommen (siehe Foto). Es gibt keinen Blitzschutz.

    A. Erdung
    Ich würde die Erdung (16 mm² Cu) außen in der Dämmung verlegen (siehe Foto im Anhang)

    1. Wenn ich es richtig gelesen habe ist eine Erdung außen zulässig aber nicht die ideale Lösung. Welche ist besser? Bei dieser Lösung werden die Abstände zu anderen Leitungen eingehalten und ein Blitz „würde nicht ins Haus kommen“.

    2. Das Verlegen in der Dämmung ist kein Problem, oder? Die Temperaturen bei einem „normalen“ Blitz wären ja nicht so hoch, oder?

    3. Mit was kann ich den Cu-Draht an den Ringerder aus V4A-Runddraht anschließen?

    4. Der Cu-Draht würde über das Alu-Attikablech verlaufen. Sollte ich das Attikablech dann auch an die Erdung anschließen?


    B. Potenzialausgleich

    Als Potenzialausgleich würde ich ein 4 mm² Cu-Draht an einen F-Erdungsblock legen lassen und von dort an die HES. Würde das passen? Was muss ich noch beachten?


    Vielen Dank im Voraus für Eure Mühe!
     

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  3. #2 Dipol, 25.10.2018
    Zuletzt bearbeitet: 20.11.2018
    Dipol

    Dipol Lüsterklemmer

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    Gut, wenn es hilfreich war!
    Tippfehler zu später Stunde?

    Die Vermeidung gefährlicher Näherungen ist normativ gegen Blitzschutzanlagen Pflicht, nicht weniger gefährliche Blitzeinleitung über Antennenerdungen durchs Haus wider Logik und Physik aber nach IEC 60728-11 noch immer nicht untersagt. Außenableitung ist die weit bessere Variante.
    Von Durchschnittsblitzen mit 25 bis 30 kA wird 16 mm² Cu gerade mal lauwarm und selbst von äußerst seltenen Monsterblitzen von 200 kA nur um unkritische 309 K erwärmt, die schnell wieder abklingen und zu keiner Entflammung führen. Bei Verlegung unter einem WDVS sind aber Schäden durch die Elektrodynamik von Blitzen nicht auszuschließen, weshalb eine an Regenfallrohren angeschmiegte Verlegung von 50 mm² Blitzableiterdraht sinnvoller ist.
    16 mm² Cu kann man mangels Klasse H = 100 kA zertifizierter Verbinder weder oberirdisch noch gar im Erdreich normkonform an einen Rund- oder Bandstahl direkt anklemmen, das wäre grober Murks.
    Eine solche Brücke ist bei Blitzschutzanlagen zur Vermeidung von Lichtbögen obligatorisch und bei Erdungsleitern von Dachantennen ebenso sinnvoll, gleichwohl nur nach Vernunft geboten aber nicht normativ zwingend.

    Bei löblicher Außenverlegung ist 8 mm Runddraht angefangen vom Mastanschluss, Verlegungen über Flachdächer, bei Blechanschlüssen und insbesondere auch Verlegungen entlang von Regenfallrohren bis zu Trennstellen von Anschlussfahnen gegenüber Kupferdraht gleich mehrfach im Vorteil.
    Nach abgelöster Normausgabe von 2011-06 durfte der PA auschließlich "schleifenfrei" am geerdeten Antennenträger angeschlossen werden um induktive Blitzstromeinkopplungen aus Einschlägen in die Nachbarschaft zu verhindern. Da kaum noch jemand seine Endgeräte bei Gewitter aussteckt, welche die Schleife schließen, und in Verbindung von Sat.-Anlagen mit BK- oder Telekom-Netzen Schleifenfreiheit nicht mehr möglich ist, darf und soll nach aktueller Normausgabe vermascht werden.

    Blitze, die es von den Wolken zur Erde geschafft haben, sind mit HVI-Leitungen zu bändigen, lassen sich aber nicht von knapp 1 mm Kabelmantel oder LNB-Kunststoffgehäuse von Überschlägen abhalten. Daher hat die Verbindung der Kabelschirme möglichst nahe dem Gebäudeeintritt mit geerdeten Antennenträgern eine wichtige Brandschutzfunktion.

    Bei Blitzschutzanlagen sind am Antennenträger und der HES vermaschte PA-Leiter schon seit der abgelösten Normausgabe Pflicht. Der Nachteil aus einem Erdungsleiter außen und PA-Leiter innen gebildeten Schleife wird durch den Vorteil von korrosionsunabhängigen Schutz gegen den elektischen Schlag aufgewogen.

    FAZIT
    1. Erdung und PA sind integraler Bestandteil der Elektroanlage und Installationen nach NAV § 13 konzessionierten Elektrofachkräften vorbehalten. Dem steht im Beitrag mehrfach ein ich entgegen.
    2. Stand der Technik ist Schutz von Antennen über getrennte Fangeinrichtungen (Aufgabe für qualifizierte Blitzschutzfachkräfte, welche die Abstände auch berechnen können), weil Antennen nur so gegen Einkopplungen von Teilblitzströmen bestmöglich gewappnet sind.
    3. Direkterdungen sind aber nach den Anerkannten Regeln der Technik weiterhin zulässig, so sie auch wirklich durchgängig Klasse H = 100 kA blitzstromtragfähig sind.
    4. Idealerweise wäre bei der Installation der Erdungsanlage gleich eine Anschlussfahne aus NIRO (V4A) bis zu einer Trennstelle an der Wand für die Verbindung mit einer Ableitung aus 8 mm Runddraht, z. B. aus tordierter Alu-Knetlegierung, mit verlegt worden.
    5. Bei Verwendung von 16 mm² Cu als Erdungsleiter wäre stattdessen vorzugsweise innen eine örtliche PAS für Blitzschutzpotenzialausgleich als Verbinder zu setzen.
    6. Bei 5 bereits bestehenden Verbindungen zwischen Ringerder und dem Funktions-PA-Leiter ist eine weitere NIRO-Anschlussfahne, die entgegen dem Wortlaut der Norm nur am Ringerder angeschlossen wurde, m. E. tolerierbar.
    7. Bevor man in eine getrennte Fangstange investiert, sollte man sich zuerst gegen die viel häufigeren Überspannungsschäden aus den Energie- und TK-Leitungen unter Berücksichtigung von DIN VDE 0100-443 und DIN VDE 100-534 schützen, wie es demnächst ohnehin Pflicht ist.
    Ende der senilen Bettflucht und gute Nacht, hoffentlich bleiben meine Tippfehler im Rahmen.

    EDIT: Text umgebaut.
     
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