Schwachstromkabel in der Elektro-Installation

Diskutiere Schwachstromkabel in der Elektro-Installation im Materialauswahl Elektroinstallation Forum im Bereich ELEKTROINSTALLATION; Guten Morgen, ich habe noch ein paar Verständnis-Probleme bezüglich der Elektro-Installation und hoffe, dass sich hier jemand damit auskennt....

  1. Kratzi

    Kratzi Neues Mitglied

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    Guten Morgen,

    ich habe noch ein paar Verständnis-Probleme bezüglich der Elektro-Installation und hoffe, dass sich hier jemand damit auskennt. Bislang habe ich noch nicht viele moderne Verteilerkästen gesehen und daher überwiegend nur Mantelleitungen (z.B. NYM-J...) und vielleicht mal so etwas wie Klingeldraht für die Türklingel gesehen.

    In Zeiten von IP-Türsprechanlagen frage ich mich, ob es zulässig ist Netzwerk-Verlegekabel in den Verteilerkasten zu legen? Ich halte das typische Drahtgeflecht vom Schirm für problematisch, da dort beim Abisolieren immer viele winzige Drahtstückchen zu Boden rieseln. OK, man könnte das Ende des Mantels ordentlich mit Panzertape versiegeln, aber das hätte für mich immer ein wenig diesen Pfusch-Beigeschmack. Aber auf der anderen Seite müssen die modernen Komponenten mit Hutschienenmontage ja irgendwie an das Datennetz angeschlossen werden!?

    Wenn Türsprechanlagen mit Strom versorgt werden müssen, reichen die dünnen Leitungen der Netzwerkkabel (teilweise nur AWG 26) wohl oft nicht aus. Da kommt anscheinend J-Y(ST)Y zum Einsatz, die es dann z.B. als 4x2x0.8 mm gibt und mit denen man wohl viele Systeme versorgen kann. Sind solche Kabel (in der Regel mit Folien-Schirmung und Beidraht) im Verteilerkasten zulässig und müssen da irgendwelche Besonderheiten beachtet werden, z.B. der Einbau in einer separaten Reihe?

    Dann gibt es Stromstoßrelais mit niedrigen Steuerspannungen wie z.B. 12 Volt. Da frage ich mich immer, mit welchen Kabeln die im Verteilerkasten angeschlossen werden? Es wäre ja bei der Installation von Leuchten sehr angenehm und eventuell auch preiswerter, wenn man statt dicker, starrer Mantelleitung deutlich flexibleres Fernmeldekabel verlegen kann. So einen Eltako scheint es ja schon für unter 10 Euro zu geben. Wenn ich mir die Datenblätter von Tastern ansehe, finde ich jedoch nicht viel mehr als die Einbautiefe (z.B. bei Gira) und ich habe Zweifel, dass deren für bis zu 2,5 mm² ausgelegten Steckklemmen die dünnen Drähte einer Fernmeldeleitung zuverlässig halten. Nimmt man bei Beleuchtung mit Tastern immer für 230 Volt ausgelegte Stromstoßschalter und entsprechende Mantelleitungen?

    Vielen Dank fürs Lesen und viele Grüße
    Kratzi
     
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  3. #2 Elektro, 23.08.2019
    Zuletzt bearbeitet: 23.08.2019
    Elektro

    Elektro Super-Moderator
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    Hallo,
    da hast du ein Thema angesprochen das immer wieder Aktuell ist.
    https://www.elektro.net/praxisprobleme/verwendung-von-j-ysty-fuer-24-v-antriebe/
    http://www.elektro.net/wp-content/archiv/2007/20/DE_20_07_PP08.pdf

    Die zu Lösende Frage ist, ob der Mindestqerschnitt eingehalten wird.
    Ist das eine Leitung mit 0,6 mm oder 0,8 mm Durchmesser. Die 0,8 mm wären 0,5 mm²
    Das sehe ich hier als min. an.
    Sowie die Trennung im Verteiler zu den 230V Leitungen.
    Dazu steht was in den Links.
    Weiter ist zu Prüfen ob die normalen Schalter für den niedrigen Strom zugelassen sind und Angeschlossen werden können.

    Von Flexibelen Leitungen würde ich abraten
     
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  4. gert

    gert Freiluftschalter

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    Moin Kratzi!

    Viele Fragen auf einmal.
    Ich als Praktiker sage: Niemals das Schirmgeflecht oder den Beidraht abschneiden!

    Den Schirm kann man auflegen auf https://www.google.com/search?q=sch...AKHcNAAs0Q9QEwDHoECAcQHA#imgrc=7WV7YPnGOlBUkM:

    Wenn das Schirmgeflecht (zunächst) nicht benötigt wird, kürze ich das auf 1-2cm, verdrillen, 0,5mm² gnge Ader ca. 20 cm lang anlöten oder ancrimpen, über den Übergang kommt Schrumpfschlauch.

    Bei Isty wickle ich den Beidraht auf dem Ende der Leitung auf. Mit Isolierband oder Schrumpfschlauch isolieren.

    Netzwerkleitung für Sprechanlagen: Da muckt meißtens nur der Türöffner. Adern parallel schalten, dann funzt das meißtens.

    Gruß Gert
     
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  5. Kratzi

    Kratzi Neues Mitglied

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    Guten Morgen,

    vielen Dank für eure Antworten. Den ersten elektro.net-Artikel scheint man nur kostenpflichtig lesen zu können und ich habe kein Paypal-Konto. Den zweiten elektro.net-Artikel habe ich mir durchgelesen und damit sind viele Fragen bereits beantwortet. Besten Dank! :thumbsup:
    Neben der elektrischen Belastung muss also auch auf die zu erwartende mechanische Belastung geachtet werden.

    Diese Stelle im Artikel liest sich jedoch irgendwie merkwürdig:
    Fehlt da das Wort "elektronische" im zweiten Satz?

    Bei Gira habe ich inzwischen in den FAQ eine Information gefunden, wonach deren Taster einen Mindestquerschnitt von 0,6mm² für die Einzeladern benötigen. Damit würde es dann eher ein LiYcY werden oder man klemmt im Taster mit einer Wago auf H05V-U oder so.

    Elektrische Probleme könnte ich mir bei niedriger Spannung in Kombination mit hoher DC Last vorstellen ("verkleben" der Kontakte), aber was sollte bei 12 V AC und geringem Strom passieren?

    Super Tipp, vielen Dank, die Teile kannte ich bislang noch nicht!

    Viele Grüße
    Kratzi
     
  6. #5 Elektro, 24.08.2019
    Elektro

    Elektro Super-Moderator
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  7. #6 Rockylangohr, 25.08.2019
    Rockylangohr

    Rockylangohr Strippenstrolch

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    Hallo zusammen,

    also nochmal.
    Eine gemeinsame Verlegung von Kabeln und Leitungen aus unterschiedlichen Spannungsbereichen oder die Verwendung einzelner Adern
    eines mehradrigen Kabels (Leitung) für unterschiedliche Spannungsbereiche ist nur erlaubt, wenn eine der folgenden Maßnahmen angewendet
    werden:
    1) Jedes Kabel bzw. jede Leitung ist für die höchst vorkommende Spannung isoliert
    2) Bei Kabel bzw. Leitungen von SELV oder PELV Stromkreisen müssen deren Leiter
    zusätzlich zu ihrer Basisisolierung eine nicht leitende Umhüllung aufweisen. Dies kann
    ein umhüllender Mantel der Isolierung sein (wie z.B. bei NYM) oder z.B. ein Rohr oder
    Kanal aus Isolierstoff..
    Ebenso wäre es möglich, die basisisolierten Leiter der SELV- oder PELV-Stromkreise
    mit einem geerdeten Metallschirm bzw. Metallmantel (Rohr) zu schützen.
    3) Umgekehrt wäre es auch möglich, die Leiter des Spannungsbereiches 2 (>50V AC und
    >120V DC) entsprechend zu isolieren. Das ist der Fall, wenn diese zu ihrer Basisisolierung
    zusätzlichen, isolierenden Mantel haben (wie bei einer Mantelleitung NYM), oder die isolierten
    Adern dieser Stromkreise werden in isolierenden Umhüllungen geführt (Rohr oder Kanl aus Isolierstoff).
    Mit anderen Worten. Es reicht aus, dass jede Leitung lediglich für die eigene Betriebsspannung isoliert ist
    und dass z.B. die spannungsführenden Adern der SELV-/PELV-Stromkreise oder der anderen Leitungen
    im Spannungsbereich 2 eine zusätzliche Isolierumhüllung haben.
    Werden beispielsweise NYM Leitungen mit Adern von z.B. einer Telefonleitung zusammenverlegt so ist dies zulässig.

    4) Trifft dies alles nicht zu, so müssen die Leiter der SELV- oder PELV Stromkreise in einem genügend großen Abstand
    von den anderen Stromkreisen geführt werden. Soweit ich weiß, gibt es über die genauen Abstände keine Vorgaben.
    Allgemein wird oft von ca.10 cm gesprochen.
    Jedenfalls muß es ein beständiger Abstand sein, der nicht durch Bewegungen (wie z.B. Nachinstallation) gegen Null
    reduziert wird.
    Durch Verwendung von z.B. Trennstege in Kabelkanälen wäre diese Bedingung erfüllt.

    So ist es ohne weiteres z.B. möglich Stromkreise der allgemeinen 230V Elektroinstallation mit Leitungen der KNX/EIB
    Gebäudesystemtechnik zusammen zu verlegen, da alle Leiter gegen die höchst vorkommende Spannung isoliert sind.
    Bei den grünen KNX Leitungen hat man in der Regel auch ca. 4KV Prüfspannung.

    Es muß natürlich betont werden, dass es bei diesen Maßnahmen nicht um EMV geht, also um die störend wirkenden
    Kopplungen zwischen verschiedenen Systemen, sondern ausschließlich um den Schutz gegen elektrischen Schlag.
    Sollen zusätzliche elektromagnetische Kopplungen vermieden werden, sind unter Umständen noch größere Abstände
    zwischen den Stromkreisen erforderlich, oder es müssen andere Maßnahmen (z.B. Schirmung der störempfindlichen Leiter)
    getroffen werden.

    Gruß Rockylangohr
     
  8. bigdie

    bigdie Freiluftschalter

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    Den Türöffner sollte man eh separat bis in den Verteiler legen. Macht wenig Sinn diesen über die Außeneinheit zu schleifen, die man dann öffnen kann, und eine Batterie dran halten. Was auch viele nicht bedenken, wenn man die Türstation ans heimische Netzwerk anschließen, das dann auch jeder Andere darauf Zugriff hat, wenn er die Türstation öffnet. Böse Leute könnten da z.B auch einen Wlan Accesspoint einbauen. Und nicht jeder hat einen Mannagebaren Switch zu Hause, der sowas evtl verhindert.
     
  9. Ike

    Ike Leitungssucher

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    Na ganz so einfach ist es nicht unbedingt übers netzwerk die tür zu öffnen wenn man nicht grade im billig bereich unterwegs ist
     
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  11. #9 Darkness, 27.08.2019
    Darkness

    Darkness Strippenstrolch

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    Es geht ja nicht um das öffnen der Tür, sondern den ungeschützten Zugriff auf das Heimnetz und dessen (ungewollte) ausbreitung über einen unbemekrt installaierten Accesspoint in der Türstation.
     
  12. Ike

    Ike Leitungssucher

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    Also ich kenne keine türstation die selbst in netzwerk hängt sondern es nur so das die türstation über ihren bus mit dem gateway spricht und das im netzwerk
     
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